Interview mit Geely-Gründer Li Shufu
„Vier Räder und ein bisschen Blech“

Gegründet von einem Bauernsohn, ist Geely inzwischen das größte Privatunternehmen unter den chinesischen Autobauern. Gründer Li Shufu erzählt im Interview auf Handelsblatt.com über chinesische Staatsräson, den Autotraum im Land der Mitte und das heikle Thema Produktpiraterie.

Handelsblatt: Sie haben mal gesagt: Autos bauen ist nicht schwer, man braucht nur vier Räder und ein bisschen Blech. Glauben Sie das wirklich?

Li Shufu: Ich habe diesen Satz vor Jahren in einer bestimmten Situation gesagt. Die Regierung in Peking wollte nicht, dass Geely Autos baut. Als Begründung hieß es, dass sei viel zu kompliziert. Ein neues Privatunternehmen wie Geely könne das nicht schaffen. Ich wollte aber unbedingt eine Produktionsgenehmigung bekommen und habe darum der Leitung von Partei und Regierung klar machen müssen, dass Autobau nicht schwierig ist. Deshalb habe ich damals diesen recht einfachen Satz gesagt.

Und wie sagen Sie es heute?

Ein Auto ist natürlich ein High-Tech-Produkt, dass über mehrere Jahrzehnte entwickelt werden muss. Da steckt viel Technik, Kapital und Wissen drin. Deshalb haben wir ja auch die Geely University gegründet, um fähigen Nachwuchs zu bekommen.

Zu Geely gehört eine Auto-Uni?

Ja, und die ist mir sehr wichtig. Die Universität ist die Wiege unserer Ausbildung. Chinas Reformkurs hat in 20 Jahren schon viele Erfolge gefeiert, doch bei der Ausbildung mangelt es noch. Geely will da helfen und natürlich gleichzeitig für unser Unternehmen Nachwuchs aufbauen. Toyota hat ja auch ein Business Institut, General Motors ein Auto Institut.

Bis 2015 wollen sie die Jahresproduktion auf 2 Mill. Autos verzehnfachen. Wie wollen Sie das schaffen, mit Übernahmen?

Zwei Millionen Autos, das ist unsere Planung. Das Ergebnis hängt natürlich von den Aufträgen ab. Grundsätzlich wollen wir das aus eigener Kraft schaffen, keine Konkurrenten übernehmen.

Wann geht es auf den US-Markt los und welche Stückzahlen streben an?

Wir wollen 2008 auf dem US-Markt Autos sein. Zunächst müssen wir noch etliche Arbeiten erledigen, unsere Autos müssen erst perfekt werden. Die geplanten US-Stückzahlen werden wir nicht öffentlich verraten.

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