Interview mit LaSorda
Chrysler-Chef: Verbleib im Konzern möglich

Momentan sieht alles danach aus, als ob Daimler-Chrysler seine US-Tochter verkauft. Doch Chrysler-Chef Tom LaSorda hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass der angeschlagene Autobauer im Konzern verbleibt. Ungeachtet eines Verkaufs hat LaSorda klare Ziele vor Augen.

HB/hz AUBURN HILLS/USA. Egal, ob das Unternehmen verkauft werde oder nicht, müsse Chrysler sich darum bemühen, zur Profitabilität zurückzukehren und eine Umsatzrendite von 2,5 Prozent bis 2009 zu erreichen, sagte LaSorda in seinem ersten Interview seit Mitte Februar. Damals hatte Konzernchef Dieter Zetsche die kriselnde US-Sparte öffentlich zur Disposition gestellt.

Die Verkaufsverhandlungen sind inzwischen fortgeschritten. Daimler-Chrysler peilt bei einem Verkauf der US-Sparte allerdings an, eine Minderheitsbeteiligung an Chrysler zu behalten. Laut Verhandlungskreisen plant der Konzern, nur 80 bis 90 Prozent des defizitären US-Autoherstellers zu verkaufen. Damit käme Zetsche auch dem Drängen der Interessenten an Chrysler nach, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Grund dafür sei, dass Chrysler in den kommenden Jahren weiter auf die industrielle Unterstützung von Daimler angewiesen sei und die Investoren Zetsche nicht komplett aus dem finanziellen Risiko entlassen wollten. Im Gegenzug sichere Daimler so seinen Einfluss auf die US-Sparte, die auch nach einer Trennung auf Gebieten wie dem Einkauf mit den Stuttgartern zusammenarbeiten solle. Ein Daimler-Sprecher lehnte einen Kommentar dazu ab.

Neben US-Milliardär Kirk Kerkorian werben der kanadische Zulieferer Magna, der Finanzinvestor Cerberus und ein Konsortium um Blackstone um Chrysler. Daimler-Vorstand Rüdiger Grube hatte vergangene Woche erste Gespräche mit potenziellen Interessenten in New York begonnen.

Chrysler braucht Erfolge

Chrysler-Chef LaSorda kümmert sich derweil um das Tagesgeschäft. Und da geht es um Verkaufserfolge. Bei den neuen Produkten sei vielleicht kein Verkaufsrenner wie der Chrysler 300 dabei, aber es handele sich um Fahrzeuge, die gut auf dem Markt ankämen und in der Lage seien, den Autobauer wieder in die schwarze Zahlen zurückzubringen, sagte er.

Die Verhandlungen mit Mitarbeitern über Vorruhestandsregelungen oder Abfindungen liegen nach LaSordas Worten leicht über Plan. Der Konzern hatte im Februar bekannt gegeben, dass in den nordamerikanischen Chrysler-Werken aus Kostengründen 13 000 Stellen in den nächsten drei Jahren gestrichen werden. Damit trägt das Unternehmen der geringeren Nachfrage nach Chrysler-Fahrzeugen Rechnung.

Als wichtiges Thema bei den bevorstehenden Verhandlungen mit der Automobilarbeitergewerkschaft UAW nannte LaSorda die Kosten für die Krankenversicherung der Mitarbeiter. Chrysler zahlt für seine rund 80 000 Mitarbeiter pro Jahr rund 2,2 Mrd. Dollar Gesundheitsfürsorgekosten . Langfristig hat der Autobauer schätzungsweise 19 Mrd. Dollar Kosten für die Krankenversicherung von Ruheständlern.

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