Interview mit Peter Schwarzenbauer
Audi: „Wir bauen unsere Position aus“

Audi gibt weiter Vollgas - und will der Premium-Konkurrenz in der Autokrise den Schneid abkaufen. Schneller als ursprünglich geplant will die VW-Tochter in Europa mehr Autos als Mercedes und BMW verkaufen. Bereits 2010 soll es soweit sein, wie Audi-Vetriebschef Peter Schwarzenbauer im Interview mit dem Handelsblatt sagt.

Herr Schwarzenbauer, der Staat greift der Autobranche mit der Abwrackprämie unter die Arme. Vor allem die Hersteller von Kleinwagen profitieren. Geht Audi leer aus?

Natürlich nützt die Umweltprämie den Premiumherstellern weniger. Die Fahrzeuge der meisten unserer Kunden sind höchstens drei bis vier Jahre alt. Aber wir sind froh, dass sich überhaupt etwas bewegt. Die Phase des Jammerns muss ein Ende haben. Die Prämie ist ein Impuls; sie lockt die Kunden endlich wieder in die Autohäuser. Teilweise stehen sie sogar Schlange: Jahreswagen vom Typ Audi A3 mit kleineren, effizienten Motoren sind zwischenzeitlich schwer zu bekommen. Und mancher greift auch zum Neuwagen.

Immer weniger kaufen ein Auto, dafür zahlen die Kunden aber immer mehr für Extras. Wieso?

Diesen Trend verzeichnen wir seit einiger Zeit. Die Ausstattungsquote steigt merklich an. Offenbar sagen die Kunden: Wenn ich mir was gönne, dann richtig.

Dafür wählen die meisten kleinere Motoren, ein Nullsummenspiel?

Wir gehen davon aus, dass Motoren mit weniger Zylindern tatsächlich stärker nachgefragt werden - auch, wenn wir im Fall von Audi kein Downsizing bei der Karosseriegröße feststellen. Wir sind hierfür gut aufgestellt: Audi setzt seit 2001 auf hochaufgeladene Vier- und Sechszylinder. Schon im Oktober 2008 haben wir erneut ins Motorenprogramm eingegriffen und das Angebot an sparsamen Varianten gerade in Westeuropa massiv verstärkt. Damit machen wir weiter.

Seit 11 Monaten sind Sie für den Vertrieb verantwortlich?

...und ausgerechnet jetzt bricht der Absatz nach 13 Jahren Wachstum in Folge ein, wollen Sie sagen. Zwangsläufig hat auch Audi in diesem Gesamtmarkt mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen. Dabei gewinnen wir aber weltweit Marktanteile dazu.

Wie stark wird der Absatz einbrechen?

Für 2009 rechne ich mit einem Rückgang des Gesamtmarktes um bis zu fünfzehn Prozent auf 46 bis 47 Millionen Einheiten. Auch wir werden dieses Jahr weniger Autos verkaufen als im Vorjahr - dabei aber besser abschneiden als unsere Wettbewerber. Ich rechne mit einem Rückgang von zehn Prozent auf etwa 900 000 verkaufte Autos.

Legen Sie Ihre ehrgeizigen Wachstumspläne auf Eis?

Keineswegs. Wir führen unsere Produktoffensive fort. In diesem Jahr bringen wir sechs neue Modelle auf den Markt.

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