Interview mit Renault-Chef Ghosn: „Sollte ich Renault verlassen? Oder Nissan?“

Interview mit Renault-Chef Ghosn
„Sollte ich Renault verlassen? Oder Nissan?“

Renault-Chef Carlos Ghosn steht unter Druck: Erst brach der Gewinn beim Partner Nissan ein, jetzt schwächeln die Franzosen selbst. Kritiker sehen den Grund nicht zuletzt in der Doppelrolle Ghosns als Lenker beider Unternehmen. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht er über die Probleme im eigenen Haus und den Angriff auf die deutschen Autobauer.

Handelsblatt: Sie haben heute gesagt, Ihr Ziel, 800 000 Autos mehr als 2005 zu verkaufen, sei kein Muss. Revidieren Sie ihre Ziele?

Carlos Ghosn: Vorsicht. Ich habe nicht unser Engagement zurück genommen, bis 2009 rund 800 000 Autos mehr zu verkaufen. Dieses Engagement steht. Ich habe lediglich gesagt, dass wir unseren Absatz nicht um 800 000 Autos ausbauen müssen, um unser Margenziel von sechs Prozent zu erreichen.

2006 war ein Rückgang beim Absatz mangels neuer Modelle erwartet worden. Aber auch in diesem Ausmaß?

Renault hat weniger unter der schlechten Verfassung bestimmter Länder als unter dem Rückgang bestimmter Produktsegmente gelitten. Der Rückgang bei der unteren Mittelklasse, also bei Megane und Laguna, hatten wir in diesem Ausmaß in der Tat nicht erwartet. Dafür haben sich die kleineren Fahrzeuge besser geschlagen. Ich glaube indes, dass dies ein dauerhafter globaler Trend sein wird: Die Kunden kaufen weltweit eher kleinere Fahrzeuge.

Ist es da nicht gefährlich, dass Sie so viele Hoffnungen auf den neuen größeren Mittelklassewagen Laguna setzen?

Wir haben immer gesagt, dass dieses Segment insgesamt maximal stabile Absatzzahlen haben wird. Wir wollen den Laguna nicht zum Erfolg machen, weil es dem Segment so gut geht, sondern weil den Kunden der Wagen gefällt in Punkto Preis, Design, Qualität und Ausstattung. Die ersten Kundenreaktionen – auch aus Deutschland – sind sehr positiv.

Wie setzt sich das geplante Absatzplus von 800 000 Fahrzeugen nach Ländern zusammen?

Der Ländermix ist flexibel. Das ändert sich fast jeden Monat, also kommunizieren wir keine Länderdetails. Derzeit zum Beispiel leidet der türkische Markt enorm unter Wechselkursproblemen, dafür entwickelt sich Russland ganz hervorragend. Aber ich wiederhole: Das Ziel, 800 000 Autos mehr zu verkaufen, bleibt.

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