Interview mit Vizechef von Toyota-Deutschland
„Der deutsche Markt ist extrem schwierig“

Als erster großer Autobauer stellt Toyota die Branchenprognose für das laufende Jahr in Deutschland in Frage. Im Gespräch mit dem Handelsblatt äußert sich Alain Uyttenhoven, Vizechef von Toyota-Deutschland, zum schwierigen Marktumfeld und der Zukunft seines Unternehmens.

Handelsblatt: Herr Uyttenhoven, auf dem Autosalon in Paris Anfang Oktober zeigt Toyota mit dem neuen Mittelklassewagen Avensis, dem Smart-Konkurrenten IQ und dem Baby-SUV Urban Cruiser gleich drei Weltpremieren. Werden die Modelle Toyota auch in Deutschland wieder in die Offensive bringen?

Alain Uyttenhoven: In der Tat gehen wir davon aus, dass die neuen Wagen uns im nächsten Jahr deutliche Impulse für den deutschen Markt geben werden. Insgesamt werden wir 18 Neuheiten auf den Markt bringen. Darunter sind neben den drei Modellen in Paris noch der neue Corolla Verso, der neue Prius und Ende 2009 der Land Cruiser sowie sechs Modellüberarbeitungen und sechs neue Antriebsstränge.

Der IQ macht dem Smart direkte Konkurrenz. Wird er dem Baby-Benz das Leben schwer machen?

Wir sehen unseren Wagen nicht als direkten Konkurrenten zum Smart. Im Gegensatz zum Smart hat er drei Sitze plus Kindersitz. Der Wagen hat ein innovatives Konzept. Wir nennen ihn das ABC-Auto. Von der Größe ist er im A-Segment angesiedelt, vom Fahrverhalten im B-Segment und vom Innenraumgefühl vorne ist er vergleichbar mit dem C-Segment. Sie werden sehen, der IQ wird von uns entsprechend hochwertig platziert werden.

Wird es auch einen Elektroantrieb geben?

Nein, kurzfristig haben wir da keine Pläne. Wir werden in der ersten Hälfte des nächsten Jahrzehnts reine Elektrowagen anbieten, aber der IQ wird wohl nicht dazugehören. Das Auto wird bereits jetzt unter 100 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer liegen und damit ein Unikat in dieser Kategorie sein.

Doch dieses Jahr sieht es für Toyota in Deutschland überhaupt nicht gut aus. Beim Absatz zählen Sie bisher zu den größten Verlierern. Haben Sie 2008 schon aufgegeben?

Es ist für uns klar, dass 2008 ein Übergangsjahr ist. Die Neuheiten, die für uns wichtig sind, kommen halt erst im nächsten Jahr und der deutsche Markt ist extrem schwierig. Unsere Händer bereiten sich auf 2009 vor und verkaufen alle Vorführwagen und Tageszulassungen. Diese Autos tauchen nicht in der KBA-Statistik auf. So werden wir wahrscheinlich in diesem Jahr den aktuellen Marktanteil in etwa halten.

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