Interview mit VW-Betriebsrat Bernd Osterloh
„Winterkorn hat den nötigen Tiefgang“

VW-Vorstandschef Martin Winterkorn hat am heutigen Donnerstag seine erste Hauptversammlung vor sich. Er wird sich einige unbequeme Fragen zur Zukunft des Konzerns gefallen lassen müssen. Rückendeckung bekommt er dabei vom Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh, der im Interview mit dem Handelsblatt Einblicke in die Volkswagen-Welt gewährt.

Handelsblatt: Es sieht so aus, als ob VW die wirtschaftliche Talsohle hinter sich hat. Ein Manager sieht 2007 sogar als Aufbruchjahr. Hat sich mit dem Führungswechsel das Klima im Unternehmen verändert?

Osterloh: Ja, die Stimmung hat sich verändert. Seit dem Antritt von Dr. Winterkorn diskutieren wir die Probleme, die wir haben, endlich wieder intern und stellen nach außen die Produkte und das Unternehmen in den Vordergrund.

Pensionsfonds wie Hermes wollen dennoch gegen den mächtigen Aufsichtsratschef Ferdinand Piech auf der Hauptversammlung auf die Barrikaden gehen. Haben Sie dafür Verständnis?

Die Herren sind hochbezahlte Manager, die sicher wissen, was sie tun. Aber ich würde mich nur aufregen, wenn ich auch die Möglichkeit hätte, etwas damit zu verändern - und da sind die momentanen Mehrheitsverhältnisse eindeutig.

Was ist nun die wichtigste Aufgabe des neuen VW-Managements?

Das größte Potential liegt für mich in Prozessen und Strukturen. Wenn wir es schaffen, dass der Vorstand Vorgaben macht, damit die Autos so entwickelt und konstruiert werden können, dass sie dann von den Kollegen an der Linie ohne Probleme, möglichst schnell und in höchster Qualität gebaut werden können, dann sind wir dort angekommen, wo wir hinwollen. Und dann geht es natürlich um unsere künftigen Modelle: Die Bewährungsprobe wird die große Produktaufwertung des Golf sein. Eine ganze Klasse von Fahrzeugen ist nach ihm benannt. Und unser Golf wird auch in Zukunft für die Mitbewerber das Maß der Dinge sein. Konkret heißt das: Wenn der Golf auf den Markt kommt, dann hat er Alleinstellungsmerkmale für seine Klasse und darüber hinaus. Das sind technische Ausstattungen, die die Konkurrenz nicht hat. Und die eben den feinen Unterschied ausmachen.

Was könnte denn so ein Alleinstellungsmerkmal sein?

Da kann ich nur sagen: Lassen Sie sich überraschen.

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