Interview mit Zhang Ruimin, Vorstandschef von Haier
„Spiele Schach mit dem Meister!“

Zhang Ruimin ist der Chef des weltweit viertgrößten Hausgeräte-Herstellers Haier. Im Handelsblatt-Interview spricht er über Mentalitätsunterschiede zwischen chinesischen und westlichen Firmen, den schwierigen deutschen Markt und die Kunst, Kapitalist und Kommunist zugleich zu sein.

Handelsblatt: Europas Firmen zittern: „Die Chinesen kommen!“ Ist die Angst berechtigt?

Zhang Ruimin: Eigentlich müsste es doch umgekehrt sein, wir Chinesen sollten Angst haben. Schließlich sind die ausländischen Firmen nach China gekommen und inzwischen auf unseren Märkten stark vertreten. Gerade bei Haushaltsgeräten sind sie sehr präsent. Siemens zum Beispiel produziert auf dem chinesischen Markt schon seit langem – und das sehr erfolgreich. Für viele ausländische Konzerne war China die letzte große Station bei der Eroberung der Weltmärkte.

Warum braucht China Weltmarken?

Die westlichen Marken sind weltweit bekannt, haben globale Zuliefer- und Kapitalwege und verfügen überall über Entwicklungs- und Forschungseinrichtungen. Bei chinesischen Firmen ist das nicht der Fall. Darum braucht China unbedingt starke globale Marken. Wir können es uns nicht leisten, ohne Weltkonzerne zu sein.

Sie wollen Haier als Weltmarke. Wollen Sie auch einen globalen Börsengang?

Ich darf dazu nicht viel sagen, aber es geht in diese Richtung. Wir haben bislang einen Bereich in Schanghai und einen in Hongkong notiert, werden diese vielleicht später in Hongkong konzentrieren. Hongkong ist als Finanzplatz so gut wie andere internationale Börsenplätze, und für uns Chinesen ist Hongkong einfach näher und vertrauter. Darum setzen wir vorerst auf Hongkong. Später wollen wir von dort aus aber an die Börsen in USA oder Europa gehen.

Wie weit ist denn Ihr Konzern?

Wir sind auf dem richtigen Weg, aber noch lange nicht am Ziel. Um dies zu erreichen, muss sich jeder Mitarbeiter noch viel stärker mit dem Marktprinzip identifizieren. Wir haben unsere internationale Expansion vor zehn Jahren begonnen und wollen im August 2008 fertig sein.

2008? Verzeihung, in Deutschland kennen alle Miele und Bosch, aber keiner kennt Haier.

Gerade Europa ist eine große Herausforderung für Haier. Dieser Markt ist sehr klar aufgeteilt, man lässt uns nicht herein. Wir verkaufen schon in Italien recht viel, in Deutschland aber noch ganz wenig. In Deutschland kommt es vor allem auf Qualität an, da können wir noch lernen. So wie ein chinesisches Sprichwort sagt: Spiele Schach nur mit dem Meister!

Wollen Sie weg vom chinesischen Billig-Image?

Wir wollen nicht plötzlich nur teure Edelprodukte anbieten. Wir werden auch künftig Geräte zu mittleren und niedrigeren Preisen verkaufen. Ich glaube aber, in Deutschland ist nur mit hochwertigen Produkten der Erfolg möglich. Das wollen wir über Innovationen schaffen. Denn wenn wir in Deutschland von den Kunden angenommen werden, sind wir überall wettbewerbsfähig.

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