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Interview: "Rösler setzt auf Planwirtschaft"

Bayer-Vorstand Wolfgang Plischke, zuständig für Forschung, zeigt sich im Gespräch mit Handelsblatt-Korrespondent Peter Thelen empört über die Politik des Gesundheitsministers.

Gesundheitsminister Rösler: Bayer-Vorstand zeigt sich empört. Quelle: dpa
Gesundheitsminister Rösler: Bayer-Vorstand zeigt sich empört. Quelle: dpa

Handelsblatt: 1,5 Mrd. Euro will Rösler bei Medikamenten sparen. Einen Großteil sollen forschende Firmen tragen. Können Sie damit leben?

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Wolfgang Plischke: Das ist ein großer Aderlass gemessen am Jahresumsatz von neun bis zehn Milliarden Euro, den die forschenden Pharma-Unternehmen jährlich hier erwirtschaften. Noch mehr empört uns, mit welchen Instrumenten dieses Ziel erreicht werden soll. Statt der versprochenen Deregulierung und Erneuerung zu mehr Wettbewerb setzt Herr Rösler auf die alten Rezepte planwirtschaftlicher Regulierung. Das hätten wir von einem liberalen Minister nie erwartet, zumal er das Gegenteil versprochen hat.

HB: Mehr Planwirtschaft? Es soll doch über Rabatte bei Innovationen verhandelt werden.

Plischke: Erst einmal bedient sich Rösler aus dem Nachlass seiner Vorgänger, indem er der Branche erneut einen Zwangsrabatt von 16 Prozent und einen Preisstopp auferlegt. Er übertrifft sie sogar noch. Ein Preismoratorium von über vier Jahren ist Dirigismus pur, den es in keiner anderen Branche gibt. Und die sogenannten Rabattverhandlungen sind nichts als ein staatliches Preisdiktat.

HB: Wieso das?

Plischke: Wir hatten vorgeschlagen, dass jede Kasse mit den Unternehmen über die Erstattungskonditionen neuer Medikamente verhandelt. Das hätte zu mehr Wettbewerb geführt. Doch stattdessen soll es nun zentrale Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband – also de facto ein Nachfrage-Monopolist – geben. Über neue Medikamente ohne Zusatznutzen soll gar nicht verhandelt werden. Für sie soll es gleich Erstattungsobergrenzen geben. Das ist staatliche Preispolitik.

  • 20.04.2010, 15:25 UhrAnonymer Benutzer: J. Lange

    @Albrecht Steets
    "Liebe Pharma: ... Übergeben sie die ... der Forschung für den Menschen an verantwortungsvolle Wissenschaftler und Forscher..."

    Und wer soll das sein? Der Staat? Der finanziert ja nicht einmal mehr innovative Entwicklungsprojekte für neue Therapien, weil die notwendigen Summen immens und das Risiko hoch ist, außerdem weiß "der Staat" nur allzugut, dass er es auch nicht besser kann. Verantwortungsvolle Wissenschaftler und Forscher außerhalb der Pharmaindustrie wollen auch bezahlt werden. Wer fordert, dass die Pharmaforschung nicht mehr bei der Pharmaindustrie stattfinden soll, muss eine Alternative aufzeigen, ansonsten ist die Forderung unseriös.

    J. Lange

  • 13.04.2010, 17:38 UhrAnonymer Benutzer: Albrecht Steets

    Pharma als forschende Firmen

    Es wird Zeit, der gewinnorientierten Pharmabranche komplett das Heft der Forschung für unsere Gesundheit aus der Hand zu nehmen. Die Pharmaindustrie muss als Wirtschaftsunternehmen Gewinne machen. Daher - und das durchblicken immer mehr Menschen - werden bewusst gute Medikamente nicht produziert sondern absichtlich Medikamente mit möglichst vielen Nebenwirkungen, um wieder Medikamente zu verkaufen. Sie halten am Tierversuch fest um eine Alibifunktion zu haben, da jedermann bekannt ist dass Ergebnisse aus Tierversuchen nicht auf Menschen übertragbar sind.
    Die Pharmabranche meint weiterhin blauäugig, sie könnte uns Menschen weiterhin dauerhaft hinters Licht führen. Sie schaden uns allen und nur ihr Geld und die Lobbyarbeit gegenüber der Politik hält sie noch am Leben.
    Liebe Pharma: Wir wollen Sie nicht mehr! Übergeben sie die wichtige Arbeit der Forschung für den Menschen an verantwortungsvolle Wissenschaftler und Forscher und nicht an solche, die von ihnen bezahlt werden. Was für ein grausiges Spiel mit unserer Gesundheit Sie doch treiben!

    Albrecht Steets

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