Interview: „Rückschlag für die Atom-Renaissance“

Interview
„Rückschlag für die Atom-Renaissance“

Die Entscheidung von Eon und RWE, ihre Atompläne in Großbritannien zu stoppen, könnte Auswirkungen auf andere Bauvorhaben haben. Für den Energieexperten Michael Kruse ist die nukleare Renaissance in Europa Vergangenheit.
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Handelsblatt: Herr Kruse, Eon und RWE geben ihre Atompläne in Großbritannien auf. Ist die vielbeschworene Renaissance der Kernenergie schon wieder vorbei?

Michael Kruse: Nach den Projekten in Bulgarien, den Niederlanden und der Schweiz ist dies nun das nächste Projekt, das in der EU eingestellt wird. Die Entscheidung von Eon und RWE ist sicherlich ein Rückschlag für die nukleare Renaissance in Europa und wird vermutlich Signalwirkung für andere Bauherren und potenzielle Finanzgeber haben.

Warum?

Es zeigt sich, dass Vorhaben für den Bau von Kernkraftwerken auch bei finanzstarken Unternehmen zunehmend skeptisch gesehen werden. Die Investitionen in Kernkraftwerke sind aufgrund der damit verbundenen Risiken innerhalb der Energieversorger immer weniger zu rechtfertigen.

Was kostet ein neuer Kernreaktor?

Die Preise für ein neues Kernkraftwerk schwanken von Projekt zu Projekt. Für einen Reaktor der neuesten Generation kann man aber in Europa rund fünf Milliarden Euro veranschlagen. Und die Preise sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Eigentlich müsste man nach Fukushima doch mit sinkenden Preisen rechnen?

Fukushima scheint erstaunlicherweise bislang keinen nennenswerten Effekt auf die Preise zu haben. Die Preise bleiben vielmehr hoch - vor allem weil die Rohstoffkosten deutlich gestiegen sind - beispielsweise für Stahl und andere Vorleistungen.

Und die Investitionen rechnen sich nicht mehr?

Die hohen Investitionskosten sind mit einer hohen Unsicherheitskomponente verbunden. Bei einer Laufzeit von voraussichtlich mehr als 60 Jahren ist nicht abschätzbar, wie sich die erneuerbaren Energien langfristig auf die Strompreise auswirken und wie wettbewerbsfähig so die Kernenergie langfristig sein kann.

Dabei hatten sich die Anlagenbauer so große Hoffnungen gemacht?

Für Lieferanten wie Areva und Westinghouse wird es zunehmend schwieriger ihre Anlagen an den Mann zu bringen.

Ist der Kernenergie-Boom weltweit schon wieder vorbei?

China und Indien werden an der Atomkraft festhalten. Speziell China wird die Gelegenheit nutzen seine Nuklearindustrie auszubauen und als Lieferant ganzer Kernkraftwerke vor allem in Schwellenländern aufzutreten.

Kommentare zu " Interview: „Rückschlag für die Atom-Renaissance“"

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  • Hallo Youngman...Die Sonneneinstrahlung, der Wind ist genauso kostenlos wie ein Kohleflöz, oder ein Uranvorkommen. Lediglich die unzureichende Energiedichte und Stetigkeit macht es nahezu aussichtslos Wind und Sonne für eine industrielle Energieversorgung zu nutzen. Die aktuelle ökoreligiös motivierte Subventionsorgie in Deutschland hat zu einer extrem teuren, umweltschädlichen Erzeugung wertlosen Zufallsstroms geführt.

    Vandale

  • Youngman ist offensichtlich ein Oldman!
    Diesen Blödsinn mit einer nicht bezahlbaren Energiewende kann ich schon langsam nicht mehr hören. Hier wird niemals geerntet sondern nur zugesetzt. Kein Land folgt unserem Suicid-Beispiel. Da, wo man den Schuss gehört hat, wird man weiter auf Kernkraft setzen.
    Dieses Wohlstandsgeschwafel in unserer Republik, dass von Planstelleninhabern, die ihr Geld immer bekommen, egal ob die Wirtschaft läuft oder nicht und von Politikern, denen es sowieso egal ist angeheizt wird, ist nicht Volkes Meinung.
    Die jenigen, die das Brutosozialprodukt mit ihrer Hände oder Köpfe Arbeit erwirtschaften sind da anderer Meinung.
    Nur können solche Leute nicht gefragt, weil sie am Tag arbeiten und nicht in irgendwelchen Diskussionsrunden, Debattierclubs oder Bürgerinitiativen herumhängen. Doch zurück zu Youngmann, glaube mir, dass Ding geht in die Hose.

  • Ja,ja.
    Ist mal gut jetzt. Schwafeln für den Endsieg.
    Wir brauchen hier in Zukunft keine Kernenergie.
    Wenn andere leistungslose Eliten das anders sehen, sollen sie sich doch diese Fehlentscheidung leisten.
    Egal zu welchem Preis.

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