Interview: „Unser Vorstoß war nicht feindlich"

Interview
„Unser Vorstoß war nicht feindlich"

Im Handelsblatt-Interview spricht der Finanzchef von Mittal Steel, Aditya Mittal, über die europäische Kultur seines Unternehmens, unaufgeforderte Übernahmeangebote und die Stärke von Familienunternehmen. Beim Thema Management betont er: "Von unserer Seite aus geht es nicht um Egos."

Herr Mittal, welchen Eindruck haben Sie aus den Gesprächen mit den Regierungen der von einer Arcelor-Übernahme betroffenen Staaten mitgenommen?

Die Regierungen haben nach den Gesprächen eine positivere und rationalere Einstellung zu unserem Vorschlag angenommen.

Und aus den Gesprächen mit Anteilseignern von Arcelor?

Wir haben Investoren auf beiden Seiten des Atlantik gesprochen und sie haben zum überwältigenden Teil positiv reagiert. Dass sie bereits mit den Füßen abstimmen, sehen Sie ja an der Börse. Die Aktien sowohl von Arcelor als auch von Mittal sind sehr gut gelaufen. Die Investoren erkennen an, dass unsere Fusion die Stahlindustrie viel stärker und nachhaltiger machen wird.

Was sagen die Aufsichtsbehörden?

Die zuständigen Börsenaufsichten haben von uns vor zehn Tagen die endgültigen Dokumente erhalten. Sie werden bald zu einer Entscheidung kommen, wie unsere Offerte zu behandeln ist.

Hat es Sie gewundert, dass Arcelor und manche Politiker so heftig auf Ihr überraschendes Angebot reagiert haben?

Das Angebot war gar nicht überraschend. Wir haben Ende Oktober 2005 über die Transaktion gesprochen, doch Arcelor hat keine positive Antwort gegeben. Im November habe ich einen Manager aus dem Arcelor-Vorstand auf einer Konferenz in London gestroffen uns ihm vorgeschlagen, dass sich die Chefs beider Unternehmen zusammensetzen. Erst am 15. Januar hatten wir einen Termin, doch der kam nicht zustande. Am 27. Januar mussten wir schnell handeln, denn wir hatten am Tag davor schon erste Anrufe von der Presse bekommen.

Die Luxemburger Regierung als größter Arcelor-Aktionär hat eine Schlüsselrolle. Wie wird sie ihrer Meinung nach handeln?

Die Luxemburger Regierung hat gesagt, dass sie ihren Anteil an Arcelor nicht verkaufen wird. Das heißt aber nicht, dass sie nicht nach der Fusion Aktionär des neuen, erweiterten Unternehmens sein könnte. Wir hoffen, dass sie sich dazu entscheiden.

Seite 1:

„Unser Vorstoß war nicht feindlich"

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%