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Investition in Forschung: Bosch setzt auf Sensorik und Telemedizin

In gut zehn Jahren sollen 50 Milliarden Geräte weltweit miteinander im Austausch stehen - vom Kühlschrank über das Auto bis hin zum Satelliten. Bosch will daran verdienen und schafft dafür eine neue Forschungszentrale.

Das Firmenlogo des Industriekonzerns Bosch vor der Firmenzentrale in Gerlingen. Quelle: dpa
Das Firmenlogo des Industriekonzerns Bosch vor der Firmenzentrale in Gerlingen. Quelle: dpa

Stuttgart/RenningenDer Technologiekonzern Bosch will mit einer neuen Forschungszentrale bei Stuttgart die Arbeit seiner vielen Tüftler auf der ganzen Welt stärker bündeln. Als Gewinnbringer der Zukunft sieht das gut 300 000 Mitarbeiter zählende Unternehmen etwa den Bereich Sensorik, wie der designierte Chef Volkmar Denner im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart sagte. Der 160 Millionen Euro teure Bau mit 14 Gebäuden in Renningen (Kreis Ludwigsburg) soll Anfang 2014 die ersten von rund 1200 Mitarbeitern beherbergen. Forschungsschwerpunkt dort ist auch die E-Mobilität.

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Denner begründete die Investition mit dem Bedarf nach einem stärkeren Knotenpunkt für die Forschung und Vorausentwicklung. „Die wahren Innovationen entstanden schon früher durch das gemeinsame Weiterdenken von beispielsweise Physikern, Motorenentwicklern und Materialforschern. Das kreative Potenzial von Bosch braucht räumliche Nähe und damit Möglichkeiten zum spontanen Austausch - aber auch modernste virtuelle Begegnungsmöglichkeiten über Kontinente hinweg.“ Die geplante Forschungszentrale ähnelt dem Campus einer Universität.

Nach Denners Worten wird einer der Schwerpunkte in Renningen die Entwicklung von Antriebs- und Speicherlösungen für Elektromobilität sein. „Aber auch die Vernetzung von Gebäudefunktionen oder industriellen Produkten und Softwarefunktionen gewinnt immer mehr an Bedeutung“, sagte der Manager, der am 1. Juli Unternehmenslenker Franz Fehrenbach ablöst. Für 2025 erwarte Bosch, dass 50 Milliarden Geräte und Systeme im sogenannten Web 3.0 eigenständig untereinander kommunizieren und Daten austauschen. Dieses Internet der Dinge und Dienste solle zur neuen Heimat etlicher Bosch-Innovationen werden.

Der weltgrößte Zulieferer Bosch hängt derzeit noch am Tropf des Kfz-Geschäftes. Mit Blick auf mögliche Ertragsfelder der Zukunft sagte Denner: „Enorme technologische und damit auch wirtschaftliche Entwicklungschancen sehen wir vor allem im Bereich der Sensorik.“ So steckten Bosch-Bewegungssensoren - ursprünglich für die Anwendung als ESP-Helfer im Auto entwickelt - heute in jedem dritten Smartphone. „Hier sind viele weitere Anwendungsmöglichkeiten vorstellbar.“

Mit Blick auf die alternde Gesellschaft sprach Denner auch die Chancen bei der Telemedizin an: „Ferndiagnose und Überwachung von Risikopatienten senken zum einen die Kosten im Gesundheitssystem, vor allem aber verbessern sie die Lebensqualität der Menschen.“ Bosch sei auf diesem Wachstumsmarkt bereits heute der Weltmarktführer.

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