Investition in Indien
Weg für VW-Werk im Punjab frei

Volkswagen kann im nordindischen Bundesstaat Punjab ein eigenes Automobilwerk bauen. Die Regierung des Bundesstaats teilte am Freitag mit, sie habe entsprechenden Plänen zugestimmt. VW hat allerdings noch keine Entscheidung über den Standort für ein Autowerk in Indien getroffen. Die Verkaufszahlen des Autobauers wiesen indes im Mai deutlich nach oben.

HB NEU DELHI/WOLFSBURG. Verschiedene Optionen für ein Engagement auf dem Subkontinent seien weiterhin in der Prüfung, sagte ein Sprecher am Freitag in Wolfsburg. Kurzfristig sei aber nicht mit einer Entscheidung zu rechnen.

Die Regierung des Bundesstaates erläuterte ebenfalls, es werde noch über Einzelheiten verhandelt. Eine Absichtserklärung solle aber bald unterzeichnet werden. VW könne das Werk an allen drei möglichen Standorten in dem Bundesstaat - Nabha, Ropar oder Ladowal - errichten. Die Regierung sagte VW unter anderem Strom- und Wasserverbindungen zu.

Die Regierung erwartet Investitionen von 326 Mill. Dollar (256 Mio Euro) für den Neubau. Rund 100 000 Autos würden jährlich vom Band rollen, das Werk würde damit einen Jahresumsatz von etwa 1,5 Mrd. Dollar erwirtschaften. 5000 neue Arbeitsplätze würden direkt, 50 000 weitere bei Zulieferern entstehen, hieß es in der Mitteilung. Der Ministerpräsident des Punjabs, Amarinder Singh, habe das Projekt mit einer sechsköpfigen VW-Delegation besprochen.

Der Volkswagen-Konzern unterhält derzeit im westindischen Bundesstaat Maharashtra ein Skoda-Werk, das jährlich rund 25 000 Autos für den indischen Markt produziert. Der Konzern denkt seit Jahren über den Bau eines eigenen Werkes der Marke VW in Indien nach. Bislang war der Bau einer Fabrik im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh geplant gewesen. Die Pläne waren durch den VW-Skandal, der auch Indien erfasst hatte, auf Eis gelegt worden. Zwischen VW und der Regierung Andhra Pradeshs war es zu Unstimmigkeiten gekommen.

Zudem meldete VW seine Verkaufszahlen: Dank neuer Modelle hat der Autobauer auch im Mai weltweit deutlich mehr Autos seiner Kernmarke VW verkauft als im Vorjahresmonat.

Die Zahl der Auslieferungen sei im vergangenen Monat um 18,1 Prozent auf 298 000 Fahrzeuge gestiegen, teilte Europas größter Autohersteller am Freitag mit. Dennoch gab es wegen des harten Wettbewerbs nicht nur Grund zum Jubeln bei den Wolfsburgern: Die Märkte seien nach wie vor von hohem Preis- und Margendruck geprägt, sagte Vertriebsvorstand Michael Kern.

In den ersten fünf Monaten 2006 hat die Kernmarke VW die Auslieferungen an Kunden insgesamt um 15,4 Prozent auf 1,38 Mill. Fahrzeuge gesteigert. „In allen Regionen verzeichnen wir auf Grund unserer attraktiven Modellpalette erfreuliche Zuwächse“, betonte Kern. In Westeuropa legte der Absatz im Mai um rund 16 Prozent zu. „Das deutliche Plus bei den Auslieferungen führt dazu, dass wir unsere Anteile in wichtigen Automobilmärkten in Europa ausbauen konnten“, sagte Kern. In Nordamerika und China betrug das Plus jeweils 18,3 Prozent. Zur Markengruppe VW gehören neben den VW auch Skoda, Bentley und Bugatti.

Fast alle deutschen Autohersteller hatten im Mai ein Absatzplus vorzuweisen. Auf den Einbruch im April sei im vergangenen Monat ein regelrechter Zulassungsboom gefolgt, hatte das Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) gemeldet. Insgesamt hatten sich die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland nach Angaben der Behörde binnen Jahresfrist im Mai um 8,7 Prozent erhöht. Experten bezweifeln jedoch, dass die höheren Verkaufszahlen die lang ersehnte Wende am Automarkt in Deutschland bringen können. Belastungsfaktoren sind nach wie vor hohe Benzinpreise, die wackelige Konsumstimmung und die hohe Arbeitslosigkeit. Die Konzerne befinden sich deshalb auf Sparkurs. Volkswagen stellt im Zuge der Neuordnung seiner schwach ausgelasteten Montage- und Komponentenwerke bis zu 20 000 Arbeitsplätze in Frage - das wäre ein Fünftel der westdeutschen Belegschaft.

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