Investitionen in Asien angekündigt
Jenoptik will wieder in Gewinnzone

Tiefrote Zahlen musste Jenoptik-Chef Alexander von Witzleben bei seinem ersten großen Auftritt präsentieren. Trotzdem sieht er Zeichen für eine Erholung am Halbleitermarkt und will den größten Ost-Technologiekonzern wieder in die Gewinnzone bringen.

HB JENA. Nach dem schlechtesten Geschäftsjahr seit dem Börsengang 1998 will der Jenoptik-Konzern seinen größten Bereich Anlagenbau auf Gewinn trimmen und Stellen in Deutschland streichen. Ein Restrukturierungsprogramm mit Kosten von bis zu 15 Millionen Euro sehe in diesem Jahr den Abbau von 200 Arbeitsplätzen vor, sagte Vorstandschef Alexander von Witzleben am Mittwoch bei der Hauptversammlung des mit 10 000 Beschäftigten größten börsennotierten Ost-Unternehmens in Weimar. Ausgebaut würde das Asiengeschäft, „um den Auftragsboom vor allem im Elektronik-Wachstumsmarkt China zu bewältigen.“ Jenoptik baut weltweit Fabriken vor allem für die Halbleiterindustrie und für Hersteller von Flachbildschirmen.

Aktionärsschützer übten bei der ersten Hauptversammlung seit Übergabe des Vorstandsvorsitzes vom langjährigen Konzernlenker Lothar Späth an den ehemaligen Finanzvorstand von Witzleben Kritik an der Geschäftsentwicklung. „Es ist ein Warnsignal, dass sich 2003 bei steigendem Umsatz das Ergebnis deutlich verschlechtert hat“, sagte Malte Disselhorst von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Für 2003 wies Jenoptik bei einem Umsatzplus von 25 Prozent auf knapp 2,0 Milliarden Euro einen Verlust von 25,8 Millionen Euro aus. Erstmals erhalten die Anteilseigner, zu denen auch das Land Thüringen gehört, keine Dividende. Der neue Konzernchef begründete „den ersten Jahresverlust in der Geschichte der Jenoptik“ mit Auswirkungen der dreijährigen Halbleiterkrise und Sondereffekten. Er bekräftigte die Prognose mit Aufwärtstrend bei Umsatz und Ertrag.

Bei Erlösen von etwa 2,2 Milliarden Euro soll 2004 ein Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 45 bis 60 Millionen Euro erwirtschaftet werden. Rein rechnerisch könnte sich daraus ein Jahresüberschuss von 30 Millionen Euro ergeben. Grünes Licht gab die Hauptversammlung unter anderem für mögliche Kapitalerhöhungen und die Ausgabe von Wandelanleihen über bis zu 150 Millionen Euro.

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