Investitionen in Deutschland auf schwachem Niveau
Windbranche erobert Märkte im Ausland

Angesichts der bereits im dritten Jahr sinkenden Wachstumsraten im Inland zieht es die deutschen Hersteller von Windkraftanlagen ins Ausland. Wie Peter Ahmels, der Präsident des Bundesverbandes Windenergie (BWE), auf der Hannover-Messe sagte, hat der Exportanteil 2004 erstmals die Marke von 50 Prozent überschritten.

mjh HANNOVER. 2005 werde er auf 62 Prozent steigen. Nach einer Prognose des Deutschen Windenergie-Instituts wird sich der globale Windenergiemarkt bis 2012 auf 18 000 Megawatt verdoppeln und Investitionen von rund 130 Mrd. Euro auslösen.

Diese günstigen Perspektiven locken finanzkräftige Großunternehmen an. Neben dem US-Konzern General Electric engagiert sich jetzt auch Siemens in der Windkraft. Die Münchener übernahmen im Herbst 2004 den dänischen Windradbauer Bonus und im März den deutschen Getriebehersteller Flender. Flender hat bei Getrieben für Windkraftanlagen einen Weltmarktanteil von 50 Prozent.

Die Zahl der Arbeitsplätze in der noch recht jungen Branche sank im vergangenen Jahr um 4 000 auf 61 600. Grund waren Schieflagen bei Anbietern wie etwa Nordex. Rund 6,5 Prozent des Strombedarfs wurden durch Windkraft gedeckt. 2005 soll der Umsatz wegen des höheren Exportanteils auf 5,3 Mrd. Euro steigen. Im Inland würden neue Windräder mit 17 000 Megawatt Leistung gebaut – ein Rückgang gegenüber 2004 von 15 Prozent.

Der heimische Markt werde erst dann wieder Dynamik entfalten, wenn 2006 die ersten Windparks in der Nord- und Ostsee realisiert würden. Dies setze schnellere Genehmigungsverfahren und einen Ausbau der Stromnetze durch die Energieversorger voraus. Eon, RWE oder Vattenfall sind gesetzlich zur Abnahme von Windstrom verpflichtet und reichen die höheren Kosten an ihre Kunden weiter.

Deutschland drohe seine führende Stellung in der Windenergie zu verlieren, falls die Hindernisse nicht rasch ausgeräumt würden, warnte Ahmels.

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