Investitionen
Lyondell-Basell im Clinch mit Gläubigern

Vorerst bleibt unklar, ob der US-Chemiekonzern Lyondell-Basell seine europäischen Investitionen vor seinen Gläubigern schützen kann. Ein US-Gericht hat eine Entscheidung vorerst vertagt. Der Vorstand ist weiterhin zuversichtlich, dass die Reorganisation des Konzerns gelingt.

FRANKFURT. In einem Streit mit einer Reihe von Banken versucht der angeschlagene Chemiekonzern Lyondell-Basell seine europäischen Aktivitäten gegen den Zugriff amerikanischer Insolvenz-Gläubiger zu schützen. Das Unternehmen geht davon aus, dass dies mit Hilfe einer gerichtlichen Verfügung gelingt, schließt eine freiwillige Insolvenz für die Luxemburger Holding Lyondell-Basell Industries AF (LBIAF) in dem Zusammenhang aber auch nicht aus.

Der nach BASF und Dow Chemical drittgrößte Chemiekonzern der Welt hatte sich Anfang Januar mit seinen kompletten US-Aktivitäten und rund 19 Mrd. Dollar Finanzschulden unter Gläubigerschutz nach Chapter 11 der amerikanischen Insolvenzordnung begeben. Für die Neuordnung seiner Finanzen und die Weiterführung des Unternehmens sicherte er sich dabei eine so genannte Debtor-in-Possession-Finanzierung (DIP) im Rekordvolumen von acht Mrd. Dollar. Gleichzeitig soll das operative Geschäft in Europa aber außerhalb des Insolvenzverfahrens regulär weiterbetrieben werden.

Dieses Konzept und die gesamte DIP-Finanzierung könnten ins Wanken geraten, sollten Lyondell-Gläubiger Ansprüche gegen die europäische Holding LBIAF durchsetzen und eine vorzeitige Fälligkeit von deren Anleihen bewirken. Um einen entsprechenden Vorstoß der US-Bank Wachovia und weiterer Gläubiger abzuwehren, erwirkte Lyondell-Basell daher beim New Yorker Konkursgericht vor einigen Wochen bereits eine Art einstweilige Verfügung, die wiederum von den Kontrahenten angefochten wird.

Eine Entscheidung über einen längerfristigen Schutz für LBIAF hat der zuständige Insolvenz-Richter in New York am Montag abermals vertagt. Lyondell-Basell-Chef Volker Trautz zeigt sich indessen ausgesprochen zuversichtlich, dass dieser Schutz dauerhaft gewährt wird und die Reorganisation unter Chapter 11 wie geplant durchgezogen werden kann. „Alles hat sich bisher in der erwarteten Richtung bewegt“, sagte Trautz. Zudem habe sich das operative Geschäft in den vergangenen Wochen nicht ganz so schwach entwickelt, wie befürchtet.

Bei dem Tauziehen geht es vor allem um zwei Anleihen der LBIAF über 500 Mio. Euro und 615 Mio. Dollar, die 2015 fällig werden. Sollten Konkursgläubiger eine vorzeitige Fälligkeit dieser Anleihen erwirken, könnte das eine unfreiwillige Insolvenz von LBIAF auslösen und europäische Konzernteile unter Kontrolle von externen Verwaltern bringen, was ein „Disaster“ für die Reorganisation des Konzerns wäre, warnte Lyondell-Basell in einer Stellungnahme zu dem Verfahren.

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