Investitionsrückgang
Bergbau fehlt Geld für weitere Exploration

Fast um die Hälfte gesunken sind die Budgets der Bergbauindustrie 2009 für die Suche nach neuen Rohstoffvorkommen. Das ist der größte Absturz seit 20 Jahren – im Vorjahr waren noch Rekordsummen investiert worden. Doch Analysten verbreiten Optimismus. Warum die Budgets schon 2010 wieder steigen könnten.
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OTTAWA. Die Ausgaben der Bergbauindustrie für die Suche nach neuen Rohstoffvorkommen sind in diesem Jahr drastisch gesunken. Aktuellen Schätzungen zufolge belaufen sich die Budgets der Unternehmen in diesem Bereich für 2009 nur noch auf 7,7 Milliarden Dollar, was einem Rückgang um 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Schmerzliche Einschnitte bei den Explorationsausgaben nahmen vor allem die kleinen Unternehmen vor. Allerdings kam es unter ihnen nicht zu dem erwarteten Massensterben.

Krise und Sturz der Rohstoffpreise trifft Industrie hart

Wie die in Halifax ansässige kanadische Metals Economics Group (MEG) berichtet, brachte 2009 den größten Absturz bei den Explorationsbudgets seit 20 Jahren, als MEG mit diesen Studien begann. „Die weltweite Wirtschaftskrise und der Rückgang der Preise für fast alle mineralischen Rohstoffe haben in der Industrie ihren Zoll gefordert“, urteilt Analyst Jason Goulden.

MEG analysierte 1 846 Unternehmen, die mindestens 100 000 Dollar für die Suche nach Rohstofflagern ausgeben. Erfasst werden alle Mineralien mit Ausnahme von Eisenerz. Uran wird gesondert ausgewiesen.

Abruptes Ende der Investitionen

Danach investierten die Rohstoffunternehmen im vergangenen Jahr 13,2 Milliarden Dollar in die Exploration, inklusive Uran 14,4 Milliarden. Nie zuvor war so viel für die Suche nach Rohstoffen und den Bau von Minen ausgegeben worden. 2002 waren es nur rund zwei Milliarden Dollar. Der Anstieg der Rohstoffpreise bis Mitte 2008 und drohender Rohstoffmangel förderten die Investitionsbereitschaft.

Das abrupte Ende kam in der zweiten Jahreshälfte 2008 mit der Kreditkrise und dem Verfall der Preise. Anders als in früheren Krisen stellten die großen Unternehmen, Analysten zufolge, die Rohstoffsuche nicht ganz ein. „Die Bergbauindustrie hat gelernt, dass die Gegenwart nicht die Zukunft ist. Sie muss die Exploration fortsetzen, um bereit zu sein, wenn Wirtschaftswachstum und Preise wieder anziehen“, sagt Fred McMahon vom kanadischen Fraser-Institut.

2010 geht’s bergauf

Zwar blieb die befürchtete Pleitewelle unter den kleinen Unternehmen aus. Für sie war es schwerer, jedoch nicht unmöglich, Kapital aufzunehmen. In den ersten neun Monaten 2009 hätten die kleinen mehr als 4,7 Milliarden Dollar an den Börsen für mehr als 300 Explorationsprojekte sammeln können, keines unter zwei Millionen Dollar, berichtet MEG.

Sollte der Trend bei Preisen und Finanzierung anhalten, könnte nach Ansicht der MEG der Rückgang der Suchausgaben 2010 gestoppt werden.

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