Investitionsschwund
Elektroindustrie spürt Finanzkrise

Die Finanzkrise erreicht die Industrie. Dabei kommt die Verunsicherung vor allem über die Kunden zu den Unternehmen. Immer mehr fragen sich, wie sie größere Vorhaben finanzieren sollen. Besonders die Elektrobranche fürchtet jetzt einen Investitionsschwund.

FRANKFURT. Die durch die Hypothekenkrise ausgelösten Eruptionen an den internationalen Finanzmärkten werden auch in der Industrie spürbar. „Kunden, die größere Vorhaben in der Planung haben, fragen sich vermehrt, wie sie diese Investitionen finanziert bekommen“, sagt Gotthard Graß, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI). Die Elektrobranche sei zum großen Teil eine Zulieferindustrie für die Investitionsgüterbranche. „Wir spüren hier eine wachsende Unsicherheit“, sagte er. Vor allem die Frage, ob die US-Hypothekenkrise nicht doch zu einer Kreditverknappung für investierende Unternehmen führe, beschäftige die Branche. Für die Elektronik-Spezialisten selbst sieht er vorerst keine Finanzierungsprobleme. „Die Kreditkrise betrifft uns nicht auf Anbieterseite, sondern kommt über die Kunden zu uns“, sagte Graß.

Die oft mittelständischen Firmen der Elektroindustrie stünden auf einer finanziell wesentlich solideren Basis, sagte Graß. Nach jüngsten Daten des Verbands ist die Eigenkapitalquote der ZVEI-Mitgliedsfirmen im Schnitt von 28 Prozent im Jahr 2003 auf 36 Prozent im Jahr 2006 gestiegen. Die Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern verbesserte sich von 5,1 auf 6,8 Prozent. „Für das zu Ende gehende Jahr gehen wir von einem ähnlichen Wert aus“, sagte Graß. Allerdings wird die Branche in Deutschland das ursprünglich angegebene Umsatzziel von 190 Mrd. Euro nicht erreichen und voraussichtlich bei 184 Mrd. Euro landen. Als Grund nannte Graß „Umstrukturierungen in der Kommunikationsindustrie“.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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