Investitionsstopp
Vattenfall droht der deutschen Politik

Die Stromkonzerne sind in den vergangenen Monaten wegen der stark gestiegenen Strompreise heftig in die Kritik geraten. Die Politik denkt über eine stärkere Reglementierung nach. Einer der vier großen Energieversorger in Deutschland, Vattenfall Europe, schlägt jetzt zurück.

HB FRANKFURT/MAIN. Falls die Politik dirigistisch in Strompreise und Stromerzeugung eingreife, werde anderswo investiert, sagte Unternehmenschef Klaus Rauscher der „Frankfurter Rundschau“ (Montagsausgabe). Staatsdirigismus sei mit einem liberalisierten, zunehmend europäischer werdenden Strommarkt nicht vereinbar. Vattenfall Europe ist eine Tochter des skandinavischen Energieriesen Vattenfall.

Rauscher beklagte, dass der Druck der Politik auf die Energieversorger zugenommen habe. Wegen der jüngst von der Bundesnetzagentur angeordneten Kürzungen bei den Gebühren, die die Versorger für die Stromdurchleitung in ihren Netzen verlangen, werde man teilweise in den Rendite-Erwartungen herunter gehen müssen.

Stabile Strompreise seien nur möglich, falls zügig neue Kraftwerke ans Netz kämen und der Atomausstieg gekippt werde. Der Konzern werde in den kommenden Monaten über einen Antrag auf Laufzeitverlängerung für das Atomkraftwerk Brunsbüttel über 2009 hinaus entscheiden.

Die vier führenden deutschen Energiekonzerne Eon, RWE, Vattenfall Europe und EnBW waren zuletzt wegen massiv gestiegener Strompreise immer stärker unter politischen Druck geraten. Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die beherrschende Marktstellung der Unternehmen kritisiert und sich für stärkere staatliche Eingriffe ausgesprochen. Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hatte bekräftigt, wegen der marktbeherrschenden Stellung der Konzerne die Eingriffsmöglichkeiten der Kartellbehörden verbessern zu wollen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%