Investmentbanker sollen Akquisitionen Ausschau halten: Pernod will offenbar Allied Domecq schlucken

Investmentbanker sollen Akquisitionen Ausschau halten
Pernod will offenbar Allied Domecq schlucken

Der französische Spirituosenkonzern Pernod Ricard prüft Zeitungsberichten zufolge eine Übernahme seines britischen Konkurrenten Allied Domecq. Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise berichtete, befinden sich die Überlegungen allerdings noch in einem frühen Stadium.

HB PARIS/LONDON. Pernod habe noch nicht bei Allied Domecq vorgefühlt, und es könne sein, dass die Pläne noch auf Eis gelegt werden. In der Internetausgabe der "Financial Times", FT.com, hieß es, Pernod habe die Investmentbanken JP Morgan und Morgan Stanley beauftragt, "aktiv nach Akquisitionen Ausschau zu halten". Dabei gelte Allied Domecq - der zweitgrößte Spirituosenkonzern weltweit - als erste Wahl. Zu den Berichten wollte keines der beiden Unternehmen Stellung nehmen. Ähnliche Marktgerüchte waren in der Vergangenheit wiederholt aufgekommen. Bei Pernod hieß es lediglich: "Wir haben nie die Tatsache verschleiert, dass wir an Akquisitionen sowohl lokaler als auch weltweiter Marken interessiert waren."

Beide Unternehmen weisen derzeit Marktkapitalisierungen von rund zehn Mrd. Dollar auf. Daher meinen Analysten, ein Zusammenschluss müsse wahrscheinlich eine Fusion unter Gleichen sein. Auf jeden Fall bestehe die Gefahr, dass Wettbewerbsbehörden eine Riesenhochzeit in der Spirituosenbranche blockieren, weil die Unternehmen in manchen Regionen ähnlich aufgestellt seien. "Das wäre keine einfache Transaktion, wenn es überhaupt dazu kommen sollte", sagte deshalb ein Aktienhändler. Der Aktienkurs von Allied Domecq machte am Freitagmorgen in London einen Sprung von mehr als sechs Prozent auf 523 Pence, bevor er wieder nachgab. "Allied Domecq ist zwar seit langem ein Übernahmekandidat, aber nicht als solcher bewertet. Deshalb steigen die Aktien", erklärte ein Händler. Die Dividendenpapiere von Pernod büßten dagegen in Paris 1,5 % auf 105 ? ein.

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