Investor vor der Tür
Porzellan-Ikone Rosenthal wird weitergereicht

Der deutsche Porzellanhersteller Rosenthal soll erneut verkauft werden, wie das Handelsblatt erfahren hat. Finale Gespräche mit einem neuen Investor laufen bereits. Noch vor Weihnachten könnte alles unter Dach und Fach sein.

MÜNCHEN/LONDON. Die deutsche Porzellanmanufaktur Rosenthal steht kurz vor dem Verkauf. „Wir sind in finalen Gesprächen mit einem neuen Investor“, sagte eine Sprecherin des Unternehmens dem Handelsblatt. Branchenkreisen zufolge könnte noch vor Weihnachten eine Lösung für das Traditionsunternehmen gefunden werden.

Rosenthal ist seit 1997 Teil des irischen Kristall- und Porzellanwarenkonzerns Waterford Wedgwood, dessen finanzielle Probleme sich in den vergangenen Wochen dramatisch zugespitzt haben. Er hat gerade von den Gläubigern eine weitere Woche Aufschub für fällige Zinszahlungen bekommen und befindet sich nach eigenen Angaben ebenfalls im Gespräch mit einem potenziellen Investor. Für Rosenthal wäre der Verkauf eine Befreiung, denn das Unternehmen braucht dringend frisches Geld. Der Mutterkonzern kann dieses nicht bereitstellen, zumal eine erhoffte Kapitalerhöhung im September fehlschlug. Das operative Geschäft der deutschen Tochter geht rapide bergab. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2008/09 sank der Umsatz erneut um fast sechs Prozent auf 71 Mio. Euro, der operative Verlust liegt bei 7,1 Mio. Euro. Die seit Jahren aufgelaufenen Verluste haben mittlerweile das Eigenkapital vollständig aufgezehrt, das Rosenthal mit Minus 1,2 Mio. Euro ausweist. Da die vorgeschaltete Rosenthal AG noch über 13,5 Mio. Euro positives Eigenkapital verfügt, steht die Insolvenz noch nicht unmittelbar bevor.

Rosenthal versucht seit Monaten mit einem Sanierungsprogramm gegenzusteuern. An den Produktionsorten Rotbühl, Kulm und Selb baute das Unternehmen 170 Arbeitsplätze ab; damit bleiben noch 1 585 Beschäftigte. Gleichzeitig investieren die Marken Rosenthal, Hutschenreuther und Thomas kräftig in das Marketing. So wirbt seit neuestem Fernsehkoch Tim Mälzer mit einem eigenen Tischservice, Modezar Karl Lagerfeld setzt als Fotograf das Porzellan ins rechte Licht. Eine Wende erwartet Rosenthal jedoch erst für 2010. Eine weiter zurückhaltende Nachfrage in Folge der Finanzmarktkrise mache die „Notwendigkeit weiterer Kostenmaßnahmen“ deutlich, erklärte der Vorstand.

Auch der irische Mutterkonzern hat schon mehrere Sanierungsprogramme hinter sich. In die schwarzen Zahlen hat er es damit noch nicht geschafft. Im Halbjahr zum 4. Oktober brach der Umsatz der Gruppe um 15 Prozent auf 208 Mio. Euro ein, während der Nettoverlust um 27 Prozent auf 62 Mio. Euro stieg. Die Nettoverschuldung liegt mit knapp 450 Mio. Euro über dem zuletzt von der Rating-Agentur Standard & Poor's geschätzten Firmenwert von 375 Mio. Euro. Waterford Wedgwood hatte im Juni begonnen, mit Hilfe von Investmentbanken Käufer für Rosenthal zu suchen.

Mehrheitsaktionäre des Konzerns sind mit zusammen rund 60 Prozent der Anteile der irische der irische Unternehmer Anthony O'Reilly und sein Schwager Peter Goulandris. Sie haben in mehreren Kapitalerhöhungsrunden etwa 400 Mio. Euro in das Unternehmen gesteckt, doch seinen Niedergang nicht aufhalten können. Die sinkende Nachfrage nach kostspieligen Kristallgläsern und Porzellan-Services in den traditionellen Märkten in Europa erweist sich als strukturelles Problem. Zur Gruppe gehören neben Rosenthal der traditionsreiche irische Kristallwarenhersteller Waterford, dessen Werkstätten am Konzernsitz eine der größten Touristen-Attraktionen Irlands sind, und die traditionsreichen Porzellanmarken Wedgwood und Royal Doulton.

Am Freitag teilte der Konzern mit, dass die Banken ihm eine weitere Woche Aufschub für Zinszahlungen auf eine Anleihe gewährt hätten. Das ermögliche es ihm, die Gespräche mit einem potenziellen Investor fortzusetzen. Eine Woche davor war noch von mehreren interessierten Investoren die Rede gewesen.

Die Porzellanmanufaktur Rosenthal steht offenbar kurz vor dem Verkauf. „Wir sind in finalen Gesprächen mit einem neuen Investor“, sagte eine Sprecherin der Porzellanmanufaktur dem Handelsblatt. Branchenkreisen zu Folge könnte noch vor Weihnachten eine Lösung für das Traditionsunternehmen gefunden werden. Rosenthal ist seit 1997 Teil der britischenWaterfood Wedgwood, die seit Wochen mit massiven Zahlungsschwierigkeiten zu kämpfen hat.

Für Rosenthal wäre der Verkauf eine Befreiung, das Unternehmen braucht dringend frisches Geld. Eine erhoffte Kapitalerhöhung des Mutterkonzerns Waterford Wegdgewood schlug im September fehl. Dafür geht es operativ rapide bergab. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2008/09 sank der Umsatz erneut um fast sechs Prozent auf 71 Mio. Euro, das operative Ergebnis liegt bei 7,1 Mio. Euro. Die seit Jahren aufgelaufenen Verluste haben mittlerweile das Eigenkapital vollständig aufgezehrt, das Rosenthal mit Minus 1,2 Mio. Euro ausweist. Da die vorgeschaltete Rosenthal AG noch über 13,5 Mio Euro positives Eigenkapital verfügt, steht die Insolvenz noch nicht unmittelbar bevor.

Rosenthal versucht seit Monaten mit einem Sanierungsprogramm gegenzusteuern. An den Produktionsorten Rotbühl, Kulm und Selb baute das Unternehmen 170 Arbeitsplätze ab, verblieben sind noch 1585 Beschäftigte. Gleichzeitig investieren die Marken Rosenthal, Hutschenreuther und Thomas kräftig in das Marketing. So wirbt seit neuestem Fernsehkoch Tim Mälzer mit einer eigenes Tischservice , Modezar Karl Lagerfeld setzt als Fotograf das Porzellan ins rechte Licht. Eine Wende erwartet Rosenthal jedoch erst für das Jahr 2010. Eine weiter zurückhaltende Nachfrage in Folge der Finanzmarktkrise mache die „Notwendigkeit weiterer Kostenmaßnahmen“ deutlich, erklärte der Vorstand.

Dirk Hinrich Heilmann
Dirk Heilmann
Handelsblatt / Chefökonom
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