Investoren helfen
Frisches Kapital für Kion

Die Finanzinvestoren Goldman Sachs und KKR stützen den Gabelstaplerhersteller Kion, der unter massiven Auftragseinbrüchen leidet. „Wir planen eine Kapitalerhöhung im dreistelligen Millionenbereich“, bestätigten beide Eigentümer Informationen aus Branchenkreisen. Martin Hintze, Managing Partner bei Goldman, sagte dem Handelsblatt: „Wir stehen zu Kion.“

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Der überarbeitete Geschäftsplan sei überzeugend. Deshalb seien beide Eigentümer bereit, einen „signifikanten Beitrag“ zu leisten. KKR hatte bereits Anfang 2008 zusammen mit Doughty Hanson weiteres Eigenkapital für die Werkstattkette ATU bereitgestellt.

Goldman und KKR hatten Ende 2006 den nach Toyota weltweit zweitgrößten Stapler-Hersteller für vier Mrd. Euro von Linde gekauft. Jetzt ist Kion mit seinen Marken Linde und Still ebenso wie der Rivale Jungheinrich von dem rund 50-prozentigen Markteinbruch getroffen und hat ein massives Sparprogramm beschlossen.

„Das ist ein klares Signal, dass die Eigentümer von unserem Kurs langfristig überzeugt sind“, sagte ein Kion-Sprecher. Branchenkreisen zufolge soll das Geld von Goldman und KKR in Form eines eigenkapitalähnlichen Gesellschafterdarlehens fließen. Mit mehr als 100 Mio. Euro wäre es eine der umfangreichsten Kapitalspritzen von Private-Equity-Investoren in Europa. Es handelt sich dabei keineswegs um eine Selbstverständlichkeit: Zuletzt hatten Fonds mehrfach lieber das Feld geräumt, als nochmals Geld in die Hand zu nehmen. So überließen etwa PAI Partners den schuldenbeladenen Dachhersteller Monier mehreren Hedge-Fonds. Und bei Bavaria Yachtbau gilt der Ausstieg des bisherigen Eigentümers Bain Capital als so gut wie sicher.

Allerdings ist die Situation bei Kion auch weit komfortabler. Der Konzern kann seine Verpflichtungen bedienen, droht allerdings die formalen Kreditbedingungen (Covenants) bald zu brechen. Kion versucht nun, diese im Zuge eines „Covenant-Resets“ im Gegenzug für höhere Zinsen zu lockern. Gestern liefen Gespräche mit den Gläubigern. Die Kapitalspritze der Eigentümer dürfte das Vorhaben erleichtern. Ein Ergebnis wird erst im September erwartet.

Hans G. Nagl
Hans G. Nagl
Handelsblatt / Senior Financial Correspondent
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