Investoren kritisieren VW: Investoren machen frühere Managementstrukturen mitverantwortlich

Investoren kritisieren VW
„Die Corporate Governance muss komplett umgekrempelt werden“

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Investoren machen frühere Managementstrukturen mitverantwortlich

Als Teil der Vereinbarung wird Volkswagen die nächsten drei Jahre unter die Aufsicht eines unabhängigen Kontrolleurs gestellt, der wichtige Entscheidungen absegnen und Reformen überwachen soll. Dies umfasst die Einhaltung von Regeln und Gesetzen, die Berichts- und Kontrollsysteme sowie ein erweitertes Programm für ethisches Verhalten. Dafür entsenden die USA einen Aufpasser, der Zugang zu VW-Dokumenten haben und die Bemühungen des Konzerns zur Einhaltung der Umweltgesetze bewerten soll.

Beim Konkurrenten Daimler hatte vor einigen Jahren nach Bestechungsvorwürfen der US-Börsenaufsicht der ehemalige FBI-Chef Louis Freeh eine ähnliche Aufgabe übernommen. Er arbeitete eng mit Daimlers Rechtschefin Christine Hohmann-Dennhardt zusammen. Die frühere Bundesverfassungsrichterin wechselte vor gut einem Jahr zu Volkswagen, wo sie im Konzernvorstand für Unternehmensintegrität und Recht zuständig ist.

Investoren machen schon länger die früheren Managementstrukturen bei dem Konzern für den Abgasskandal mitverantwortlich, der nach ihrer Überzeugung durch das Streben nach Größe sowie die Allmacht der Wolfsburger Zentrale unter dem früheren Vorstandschef Martin Winterkorn gefördert wurde. Der neue Konzernchef Matthias Müller hat Veränderungen eingeleitet, indem er die strengen Hierarchien aufbricht und den Regionen mehr Mitsprache einräumt. Er strebt eine Unternehmenskultur an, in der Beschäftigte zu Kritik und Verantwortung ermutigt werden.

Die Angst, Fehler einzugestehen, gilt als eine der Ursachen für den Abgasskandal. Als absehbar war, dass VW die von der früheren Konzernspitze vorgegebenen Wachstumsziele bei Dieselautos wegen der strengen Stickoxidgrenzwerte in den USA auf legalem Wege nicht erreichen konnte, sollen Mitarbeiter die Abgaswerte durch eine Software manipuliert haben. Diese sorgt dafür, dass ein Wagen Grenzwerte im Labor einhält, im normalen Verkehr auf der Straße stößt das Auto jedoch um ein Vielfaches höhere Abgase aus.

Der Fall müsse VW eine Lehre für die Zukunft sein, fordern Börsianer. „Die Corporate Governance bei VW muss komplett umgekrempelt werden“, sagte Arndt Ellinghorst vom Investmentberater Evercore ISI. „Ein Management, das wie unter Winterkorn mit Angst und Schrecken geherrscht hat, muss der Vergangenheit angehören.“ Er fordert – wie andere Investoren auch – zudem eine Reform des Systems der Leistungszuschläge.

Volkswagen arbeitet bereits an einem neuen Bonussystem. Der Konzernvorstand hatte nach Bekanntwerden des Dieselskandals erst nach langen Verhandlungen auf einen Teil der hohen Boni verzichtet. Das zurückbehaltende Geld kann nach drei Jahren beim Erreichen eines Aktienkurses von 140 Euro ausgezahlt werden. Dieser Kurs wurde erstmals kurz vor Weihnachten erreicht. Nach dem Vergleich mit dem US-Justizministerium knackte die VW-Aktie die Marke von 150 Euro und war damit am Donnerstag der größte Gewinner im Dax.

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Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • „Die Corporate Governance muss komplett umgekrempelt werden“

    Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube...

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