Investoren übernehmen Mehrheit
Rettungsaktion für Kunert

Eine Gruppe von Finanzinvestoren unter der Führung der Deutschen Bank soll die Mehrheit am angeschlagenen Strumpfhersteller Kunert übernehmen.

HB MÜNCHEN. Die Investorengruppe aus Deutscher Bank London, der Hardt Group Private Equity Partners und Trafalgar Asset Managers hätte einen Großteil der Forderungen der Banken von Kunert einschließlich der Sicherheiten dafür übernommen, teilte das Traditionsunternehmen mit Sitz in Immenstadt im Allgäu am Freitag mit. Bei einer Hauptversammlung am 31. August soll ein Kapitalschnitt mit anschließender Kapitalerhöhung im Verhältnis von drei neuen Aktien für eine alte Aktie beschlossen werden. Die Gruppe der Finanzinvestoren sei bereit, die Kapitalerhöhung zu zeichnen, hieß es.

Vorstandssprecher Hubert Nopper sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Kunert habe die Wertansätze von Tochtergesellschaften in der Bilanz überprüfen lassen und beschlossen, die Werte zu berichtigen. „Dadurch ist das Eigenkapital in der AG zu mehr als der Hälfte aufgezehrt“, sagte er. Das operative Geschäft von Kunert sei so ausgerichtet, dass es tragfähig sei. Durch die nun geplanten Maßnahmen werde Kunert finanziell saniert. „Es besteht keine Insolvenzgefahr“, betonte er.

Durch die Abschreibungen verbuchte das fast 100 Jahre alte Unternehmen mit rund 1600 Mitarbeitern einen höher als bislang angegebenen Konzernverlust von 5,67 Mill. € bei einem Umsatz von 106,8 Mill. €. Das operative Ergebnis (Ebitda) war dagegen mit 8,2 Mill. € deutlich positiv.

An den Börsen wurde die Kunert-Aktie zeitweise vom Handel ausgesetzt. Nach Wiederaufnahme des Handels am Nachmittag gab die Aktie im Münchener Parketthandel um 4,4 % auf 8,60 € nach. Bislang befindet sich Kunert zu 37 % in Familienbesitz, der Rest der Anteile ist breit gestreut.

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