Irak spielt in den Planungen noch keine Rolle – Sorge um Chemiegeschäft
Total will Ölförderung ausbauen

Der französische Öl- und Chemiekonzern Total will seine Ölförderung in den kommenden Jahren stärker steigern als seine Konkurrenten. Bis 2007 sagt der Konzern eine Erhöhung von 5 % pro Jahr voraus, während seine Wettbewerber auf maximal 3 % hoffen.

cn PARIS. „Schon in den vergangenen drei Jahren hat keiner die Ölförderung so stark steigern können wie wir“, sagte Vorstandschef Thierry Desmarest bei der Vorstellung der mittelfristigen Konzernstrategie in Paris. Zudem will Total die Förderung stärker ausbauen als das Raffinerie- und Chemiegeschäft: Der Bereich soll 2007 60 % des Umsatzes ausmachen, heute sind es 48 %.

Im ersten Halbjahr 2003, dessen Ergebnis seit Anfang August vorliegt, stieg der Nettogewinn um 27 % auf 3,73 Mrd. Euro. Der Konzernumsatz ging um 8% auf 24,3 Mrd. Euro zurück. Verluste durch den niedrigen Dollarkurs konnte Total dank des mit durchschnittlich 29 $ relativ hohen Ölpreises abgefangen. Weil das Ölgeschäft ausschließlich in Dollar abgerechnet wird, belastet dessen zehnprozentige Abwertung das Ergebnis ebenfalls um 10 %.

Einen Teil der Gewinne investierten die Franzosen in Aktienrückkäufe: Seit September 2000 hat die Firma 14 % ihres Kapitals zurückerworben, sagte Desmarest. Dennoch stünde genug Kapital für Zukäufe zur Verfügung, „aber nur wenn der Preis stimmt“, betonte er in Paris.

Der Irak, in dem 10 % der Ölvorkommen der Welt vermutet werden, spielt für Totals Geschäft auf absehbare Zeit keine Rolle. „Unser Produktionsausblick bis 2007 sieht keine Förderung im Irak vor“, sagte Desmarest. Derzeit befänden sich alle großen Ölkonzerne in Sachen Irak „im Wartestand“.

Die jüngsten Tendenzen zur Internationalisierung des irakischen Wiederaufbaus halten Total-Manager für „begrüßenswert“. Sie befürchten, als französischer Konzern von den anglo-amerikanischen Besatzungskräften gegenüber den anderen großen Ölkonzernen benachteiligt zu werden.

Sorgen bereitet dem viertgrößten Ölkonzern der Welt das Chemiegeschäft. Hier müsste die Gewinnmarge verbessert werden, gab Desmarest zu. Anders als seine Konkurrenten hat Total bisher kaum Produktionskapazitäten in Asien. Ein Joint Venture mit dem koreanischen Samsung-Konzern sowie eine neue Fabrik im chinesischen Kanton sollen helfen, den Rückstand aufzuholen. „Bei der zweiten Investitionswelle im Chemiesektor in China werden wir auf jeden Fall dabei sein“, sagte Desmarest.

Anfang 2000 fusionierte Totalfina mit dem Ex-Staatskonzern Elf Aquitaine zu Totalfina-Elf. Vor wenigen Monaten verkürzte Desmarest den Namen in Total.

Quelle: Handelsblatt

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