Israelischer Generika-Produzent Teva gilt als Kaufinteressent
Stada fürchtet feindliche Übernahme

Der Medikamente-Hersteller Stada versucht, sich gegen eine feindliche Übernahme zu wappnen. Nach Informationen aus Finanzkreisen prüft der Konzern derzeit, an welche Banken und Anwaltskanzleien entsprechende Mandate vergeben werden können. Ein Stada-Sprecher wollte diese Information nicht kommentieren, wies jedoch einen Medienbericht zurück, demzufolge aktiv nach einem Käufer gesucht wird.

HB FRANKFURT. Seit Monaten wird über eine Übernahme des im MDax notierten Unternehmens spekuliert. Am Freitag hatten entsprechende Medienberichte den Aktienkurs zeitweise um 18 Prozent in die Höhe getrieben.

Als Kaufinteressent gilt die israelische Pharmafirma Teva Pharmaceuticals. Wie Stada kopiert auch Teva Medikamente, deren Patentschutz abgelaufen ist und bietet sie als preiswerte Alternative zu den Orginalpräparaten an. Der Markt für diese so genannten Generika wächst in Europa besonders stark, weil viele europäische Regierungen versuchen, die öffentlichen Gesundheitsausgaben zu dämpfen.

Mit einem Jahresumsatz von 4,8 Mrd. Dollar war Teva bislang der größte Generika-Hersteller der Welt. Diesen Rang machte ihm kürzlich jedoch der Schweizer Novartis-Konzern streitig, indem er die deutsche Hexal AG und ihre US-Tochter Eon Labs übernahm. Hexal wurde dabei mit dem 2,5-fachen des Umsatzes bewertet. Das Teva-Management, das nach der Hexal-Übernahme ankündigte, selbst auch zuzukaufen, will nach Brancheninformationen etwa 36 Euro pro Stada-Aktie bezahlen. Damit würde auch Stada etwa mit dem 2,5-fachen des Umsatzes bewertet.

Stada ist mit einem Jahresumsatz von 813 Mill. Euro neben Hexal und Ratiopharm einer der großen drei auf dem deutschen Generika-Markt. Wegen ihres hohen Marktanteils in Deutschland und in Europa wäre die Firma eine ideale Ergänzung für Teva. Der im israelischen Petach Tikva ansässige Konzern verbucht etwa 60 Prozent des Umsatzes in den USA und ist in Deutschland bislang nur mit einer kleinen Landesgesellschaft vertreten. Stada dagegen erzielt 90 Prozent des Umsatzes in Europa und hat in den USA bislang nicht recht Fuß fassen können.

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