Israelisches Unternehmen übernimmt Pfizer-Spart
Generika-Riese Teva expandiert in Italien

Der israelische Medikamentehersteller Teva greift den deutschen Wettbewerber Stada in Europa an. Wie der in Jerusalem ansässige Hersteller von preiswerten Nachahmerpräparaten (Generika) mitteilte, will er für bis zu 69 Mill.Euro in bar die zur Pfizer- Gruppe zählende Dorom S.r.l. in Italien übernehmen.

ant FRANKFURT/M. Stada hat in dem Land bereits eine führende Position eingenommen. Der zu den größten Generikaherstellern der Welt zählende Teva- Konzern schließt mit dem Kauf eine bedeutende Lücke im Vertrieb in Europa. Außer in Italien ist das Unternehmen mit seiner Generikasparte in Deutschland und Spanien bislang nur schwach vertreten. In Frankreich übernahm Teva dagegen vor zwei Jahren das Generika-Geschäft von Bayer.

Der nach Angaben des Branchenverbandes Farmindustria rund 18 Mrd. Euro schwere Pharmamarkt Italien steht den Generikaherstellern erst seit relativ kurzer Zeit offen. Seit gut drei Jahren übernimmt die öffentliche Versicherung nur noch Kosten für die preiswerteren Nachahmerpräparate. Wer lieber das Originalmedikament einnehmen möchte, muss die Preisdifferenz selbst bezahlen.

In diesem von zweistelligen Wachstumsraten geprägten Marktumfeld konkurrieren Stada und Dorom um die Spitzenposition. Stada setzte in Italien im Jahr 2003 mit Generika 24,4 Mill. Euro um – die Mittel wurden in Deutschland produziert. Im ersten Halbjahr 2004 legte der Umsatz nach Unternehmensangaben um 19 Prozent auf 14,4 Mill. Euro zu. Teva bezifferte den Umsatz von Dorom im Geschäftsjahr 2003/04 auf etwa 30 Mill. Euro.

Teva-Chef Israel Makov will die Marktführerschaft in Italien ausbauen. Nach dem im Dezember erwarteten Abschluss der Übernahme werde Teva der größte Generika-Anbieter Italiens sein, sagte er. Das Unternehmen werde dort rund 60 Nachahmerprodukte vermarkten. Stada vertreibt nach eigenen Angaben über 40 generische Wirkstoffe in verschiedenen Dosierungen und Darreichungsformen in Italien.

Der endgültige Preis für Dorom soll – wie bei derartigen Transaktionen üblich – erst während des Verkaufsprozesses ermittelt werden. Die Obergrenze liegt nach Angaben des Käufers bei dem 2,3-fachen des Jahresumsatzes. Für den Generika- Bereich wäre das nach Einschätzung von Branchenexperten ein hoher, aber marktüblicher Preis.

Teva Pharmaceutical Industries wies für 2003 einen Konzernumsatz von rund 3,3 Mrd. Dollar und einen Nettogewinn von 618 Mill. Dollar vor außerordentlichen Erträgen aus. Rund 90 Prozent des Umsatzes entfallen den Angaben zufolge auf das Geschäft in Nordamerika und Europa.

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