ISS stützt Gebot für Engelhard
Übernahmechancen für BASF steigen

BASF will den US-Spezialchemiekonzern Engelhard schlucken, ist dabei bislang allerdings auf massiven Widerstand gestoßen. Nach monatelangem Tauziehen wächst nun aber die Zustimmung für die Übernahmepläne des Chemieriesen.

HB FRANKFURT. Die einflussreiche US-Aktionärsvertretung und -beratung Institutional Shareholder Services (ISS) empfahl am Mittwoch, fünf BASF-Vertreter in das Engelhard-Board zu wählen, die dort die Übernahme vorantreiben könnten. Gegen eine solche sträubt sich die Führung von Engelhard. ISS bezeichnete die zu Wochenbeginn auf 39 Dollar je Aktie - insgesamt 5,1 Mrd. Dollar - aufgestockte Offerte von BASF als fair. Sie liege im Rahmen der Unternehmensbewertungen bei vergleichbaren Transaktionen. Dagegen seien der Abwehrplan des Engelhard-Managements risikoreich und dessen Prognosen zweifelhaft.

„Angesichts des Verkaufsprozesses, in dem kein alternativer Bieter aufgetaucht ist, der zweimaligen Aufstockung des Angebots und der aggressiven Annahmen, die dem (Rekapitalisierungs-) Plan von Engelhard zu Grunde liegen, glauben wir, dass die Aktionäre die Kandidatenliste von BASF unterstützen sollten“, heißt es in der Empfehlung von ISS. Danach könnten die Aktionäre immer noch überlegen, ob sie ihre Aktien BASF andienten. Die Strategie von Engelhard gehe von langfristigen Wachstumsraten aus, die größer seien als das, was aller Erfahrung nach erreichbar sei.

Engelhard will zur Abwehr der unerwünschten Übernahme auf der Hauptversammlung am 2. Juni einen Rückkauf von 20 Prozent der eigenen Aktien für je 45 Dollar beschließen lassen. Das US-Unternehmen aus dem Bundesstaat New Jersey hat sich zu dem erhöhten Angebot von BASF noch nicht geäußert - anders als bei den beiden früheren Offerten, die postwendend abgelehnt worden waren. BASF hatte die 39 Dollar - zwei mehr als ursprünglich geboten - als „letztes, bestes und endgültiges Angebot“ bezeichnet. Das Ludwigshafener Unternehmen will mit Engelhard seine Abhängigkeit vom Auf und Ab in der Chemie-Konjunktur verringern.

„ISS ist eine hochangesehene, unabhängige Aktionärs-Interessenvertretung“, beschrieb der Chemiekonzern die Vereinigung in einer Stellungnahme. Auf ihr vertrauten etliche Anleger. Die ISS selbst beschreibt sich als Dienstleister für mehr als 1600 institutionelle und Unternehmenskunden, denen sie für 35 000 Unternehmen in 115 Märkten weltweit Analysen und „objektive Abstimmungsempfehlungen“ gebe.

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