IT-Dienstleister will zukaufen
Indische Wipro hält Ausschau in Deutschland

Wipro, Indiens drittgrößter IT-Dienstleister, will sich in Deutschland durch eine Übernahme stärken. Bei den ganz großen der Branche will das Unternehmen aber nicht zuschlagen – was gute Gründe hat.

olm DELHI. „Wir suchen nach einer guten Akquisition, um unser Geschäft in Deutschland anzukurbeln“, sagte Firmenchef Azim Premji dem Handelsblatt. Das Land spielt eine Schlüsselrolle beim Bestreben der Inder, in Kontinentaleuropa Boden zu gewinnen. Der Kontinent hinkt beim so genannten Offshoring Amerika hinterher. Dabei geht es um die Auslagerung von Industrien oder Dienstleistungen in kostengünstigere Länder.

„Deutsche Firmen agieren extrem international“, begründete Premji den neuen Fokus. Dadurch gerieten sie auf dem Weltmarkt auch besonders unter Kostendruck, vor allem bei Forschung und Entwicklung.

Als Technologie-Nation steht Deutschland für den IT-Unternehmer vor einem zweiten „Riesenproblem“: Natur- und Ingenieurwissenschaften hätten ihre Anziehungskraft für die Jugend verloren. Daher baue sich „ein gigantischer Mangel an Entwicklungsingenieuren auf“. Davon verspricht sich Premji wachsende Bereitschaft, Arbeiten in Niedriglohnländer wie Indien zu verlagern.

Wipro will mit dem Vormarsch nach Europa auch seine Abhängigkeit vom US-Markt verringern, der 60 Prozent zum Umsatz des Offshoring-Spezialisten beiträgt. Zwei Drittel des Europageschäfts erwirtschaftet das Unternehmen bislang in Großbritannien. Der geplante Zukauf in Deutschland soll den Indern Zugang zu neuen Technologien und Kunden schaffen und durch mehr ortsansässige Muttersprachler ein stärkeres lokales Gesicht geben.

Als mögliches Ziel beobachtet Premji Industriefirmen, die ihre IT-Abteilungen abspalten und verkaufen. Aber vor Kalibern wie Siemens Business Services oder T-Systems würde er zurückscheuen, kämen sie zum Verkauf. „Warum sollten wir uns mit veralteten Geschäftsmodellen belasten?“ kritisiert er IT-Töchter großer Konzerne. „Sie sind ineffizient und bürokratisch, und ihre Integration wäre zu kompliziert.“ Kleinere Deals bis 200 Mill. Dollar machten für Wipro viel mehr Sinn.

Mehr zu Wipro und den Expansionsplänen erfahren Sie am Dienstag im Handelsblatt und auf Handelsblatt.com.

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