IT-Dienstleistungssparte SBS
Siemens sucht Partner für Krisensparte

Der Siemens-Konzern verstärkt die Partnersuche für Teile seiner angeschlagenen IT-Dienstleistungssparte SBS. Im Umkreis des Unternehmens heißt es, man arbeite intensiv daran, einen Partner für das Not leidende Geschäft mit Wartungsdiensten an PC (PRS) zu finden.

HB MÜNCHEN. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet in ihrer Freitagsausgabe, dieser Partner sei bereits gefunden und nennt das PC-Joint-Venture Fujitsu-Siemens (FSC). Bereits in der kommenden Woche könne der Aufsichtsrat der FSC eine Entscheidung fällen, heißt es. Ein Siemens-Sprecher wollte dies nicht kommentieren. FSC ist seit langem ein strategischer Partner von SBS, die Kontakte sind intensiv, eine Partnerschaft liegt von daher nahe.

Das Wartungsgeschäft mit weltweit 5 000 Mitarbeitern ist in eine strukturelle Krise geraten, besonders hart hat es das Deutschland-Geschäft getroffen. PRS gehört zu den drei großen Arbeitsgebieten des Bereichs SBS und setzte im abgelaufenen Geschäftsjahr etwa eine Mrd. Euro um.

Bereits seit längerem hatte Siemens angedeutet, für dieses Geschäftsfeld einen Partner zu suchen. Offenbar glaubt der Konzern nicht mehr daran, das Wartungsgeschäft aus eigener Kraft so voran zu bringen, dass es den strengen Renditevorgaben der Konzernführung genügt.

Für Siemens-Chef Klaus Kleinfeld stellt die Sparte SBS das derzeit größte Problem dar. Er hat der Einheit einen harten Sparkurs verordnet, bis April 2007 sollen weltweit 1,5 Mrd. Euro eingespart werden, schätzungsweise 5 400 Stellen stehen zur Disposition, darunter 2 400 in Deutschland. Mit dieser Rosskur will SBS in zwei Jahren die angepeilte Umsatzrendite von fünf bis sechs Prozent erreichen. Die 5 000 Stellen des Wartungsgeschäfts müssten hier hinzu addiert werden, so dass bei einem möglichen Verkauf der Wartungsdienste SBS ein gutes Viertel seiner Gesamtbelegschaft verlieren würde.

Im Handelsblatt hatte Kleinfeld jüngst jedoch erneut bekräftigt, er wolle die IT-Service-Sparte nicht komplett verkaufen. „Unser erklärtes Ziel ist, SBS wettbewerbsfähig zu machen.“ Kleinfeld betonte zudem, welch großes strategisches Interesse der Konzern daran habe, SBS innerhalb des Konzerns erfolgreich zu sanieren. Denn Siemens selbst sei mit seiner gesamten IT Kunde von SBS. Jeden vierten Euro erwirtschaftet die Sparte mit Aufträgen anderer Siemens-Gesellschaften.

Außerdem mehren sich die Anzeichen dafür, dass sich das Geschäft der beiden anderen SBS-Einheiten, Outsourcing und Business Solutions, deutlich erholt hat. Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das am 30. September endete, hatte SBS Verluste von 690 Mill. Euro angehäuft. Kleinfeld hat den Gesamtkonzern wiederholt auf seine strengen Margenziele festgelegt. Derzeit liegt aber nur die Hälfte aller Geschäftsfelder im Plan.

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