IT-Gipfel
Hightech made in Dresden

Die Bundesregierung hat für Dienstag zum fünften IT-Gipfel nach Sachsen eingeladen. Die Landeshauptstadt ist eine Top-Adresse in der Halbleiterindustrie. Das Symbol des Aufschwungs: Das amerikanische Unternehmen Globalfoundries.
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BERLIN/MÜNCHEN. Noch vor eineinhalb Jahren gab es in Dresden ein Symbol des Niedergangs: Qimonda. Das Ende des Speicherchipherstellers – der letzte in Europa – löste in der mit Fördermitteln hochgepäppelten Mikroelektronik-Region Alarm aus: Sachsen, so die Angst auf dem Höhepunkt der letzten Wirtschaftskrise, drohe das Aus als High-Tech-Standort.

Heute hat sich die sächsische Landeshauptstadt wieder erholt – und stellt am Dienstag die Bühne für den fünften nationalen IT–Gipfel der Bundesregierung. Wieder gibt es ein Symbol, dieses Mal des Aufschwungs: Globalfoundries. Der amerikanische Halbleiterkonzern, hervorgegangen aus dem Prozessorenhersteller AMD und der Advanced Technology Investment Company (ATIC) aus Abu Dhabi, rüstet seine Chipfabrik in Dresden auf. In einem Jahr sollen die neuen Produktionskapazitäten stehen, ab Herbst 2012 will das Werk die volle Leistung von jetzt monatlich 60 000 Wafer, das sind Bausteine in der Chipproduktion, auf dann 80 000 bringen.

„Das ist großes Kino, das da läuft“, sagt Ronald Schnabel, Geschäftsführer der Ingenieurs-Gesellschaft Mikroelektronik, Mikrosystem- und Feinwerktechnik (GMM) in Frankfurt. Denn nicht nur für Dresden sind die 1,2 Milliarden Euro für den neuen Reinraum eine bedeutende Investition: In ganz Europa investiert derzeit kein anderes Unternehmen in den Ausbau seiner 300 mm-Wafer-Fabriken, berichtet Schnabel. „Damit steht in Dresden die größte und modernste Waferfabrik in Europa.“

„Das Hightech-Cluster Dresden zeigt, was mit einer gezielten Industriepolitik erreicht werden kann“, urteilt der Präsident des IT-Verbandes Bitkom, August-Wilhelm Scheer. Seit dem Fall der Mauer ist aus einem ehrgeizigen, weltweit aber unbedeutenden Standort der DDR-Mikroelektronik eine Top-Forschungs- und Produktionsstätte für Halbleiter geworden: „Seit 1989 sind rund 40 000 neue Arbeitsplätze entstanden, 1 500 Unternehmen haben sich angesiedelt, die Gesamtsumme der Investitionen übersteigt 17 Milliarden Euro.“ Die staatliche Milliarden-Förderung habe sich gelohnt: „Den etwa zwei Milliarden Euro, die zur Unterstützung geflossen sind, stehen rund 10 Milliarden Euro Einnahmen durch Steuern und Sozialabgaben gegenüber.“

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