Italien
Barilla kehrt zur Normalität zurück

Robert Singers Mission ist beendet: Der Finanzspezialist hat Ordnung in das italienische Familienunternehmen gebracht, das durch die Übernahme von Kamps finanziell ins Straucheln gekommen war. Singer tritt als Vorstandsvorsitzender zurück, bleibt aber Mitglied des Verwaltungsrats. Die Kamps-Kette bleibt zunächst im Konzern.

MAILAND. Der weltgrößte Pastahersteller Barilla hat seine schwierigste Phase hinter sich gebracht. Wie das italienische Familienunternehmen mit Sitz in Parma gestern bekanntgegeben hat, tritt der Vorstandsvorsitzende auf Holding-Ebene, Robert Singer, zurück, ohne dass sein Posten wiederbesetzt wird. Der Finanzspezialist Singer war vor vier Jahren angetreten, um Ordnung in den nach der Übernahme der deutschen Bäckerei-Kette Kamps finanziell gebeutelten Lebensmittelkonzern zu bringen. Er wird Barilla nun lediglich als Verwaltungsratsmitglied erhalten bleiben.

Singer geht zu einem Zeitpunkt, zu dem Barillas Schuldenberg von knapp zwei Mrd. Euro im Jahr 2003 auf mittlerweile 869 Mio. Euro gesunken ist und das Unternehmen trotz der hohen Rohstoffpreise bei 4,5 Mrd. Euro Umsatz netto immerhin 85 Mio. Euro verdient hat. "Dank Bob Singer sind wir heute wieder ein normales Industrieunternehmen", sagt Guido Barilla, Präsident des Unternehmens und Mitglied der Eigentümerfamilie und macht klar: "Bob Singer wird nicht ersetzt." Damit beendet Barilla seine ungewöhnliche Struktur mit zwei Vorstandsvorsitzenden; einer auf Holding-Ebene und einer auf Ebene der von der Holding kontrollierten Barilla G. e R. Fratelli. Massimo Potenza, schon heute Vorstandschef der Barilla G. e R. Fratelli, wird in Zukunft auch die Aufsicht über das Deutschlandgeschäft der Lieken AG übernehmen.

Vor allem die mit 1,8 Mrd. Euro viel zu teure Übernahme der Mehrheit an Kamps und 49 Prozent an der französischen Harry?s hat die Italiener die vergangenen Jahre beschäftigt. Unter Singer hat der Pastakonzern den Wert der Beteiligung über die Jahre auf 850 Mill. Euro korrigiert. In dem Zusammenhang mit dem Kampskauf war es auch zu einem Rechtsstreit mit der Volksbank Banco Popolare di Lodi gekommen, die damals mit investiert hatte. Unter Singer zahlte Barilla die Bank Ende 2007 mit 434 Mio. Euro aus, um die kompletten Anteile an Kamps und dem Backwarenhersteller Harry's zu übernehmen.

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