Italien
Ist der Enel-Chef korrupt?

Top-Manager Fluvio Conti wird verdächtigt, Schmiergelder in Millionenhöhe angenommen zu haben. Bei dem Verkauf der Enel-Mobilfunk -Tochter soll Conti zusammen mit anderen Managern 70 bis 90 Millionen Euro angenommen haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, der Manager weist alle Vorwürfe zurück.

MAILAND. Der Vorstandschef des italienischen Versorgers Enel, Fulvio Conti, und der ägyptische Unternehmer Naguib Sawiris sind in das Visier der italienischen Staatsanwaltschaft geraten. Dabei geht es um angebliche Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe im Zusammenhang mit dem Verkauf der Enel-Mobilfunk-Tochter Wind an die ägyptische Weather Investments von Sawiris. Medienberichten zufolge verdächtigt die Justiz Conti und andere Top-Manager, Schmiergelder in Höhe von 70 bis 90 Mill. Euro erhalten zu haben. Sie ließ Büros und Häuser in Mailand, Rom und London durchsuchen.

Sawiris ist der Präsident der Telekom -Gruppe Orascom und hatte im Jahr 2005 den Mobilfunkbetreiber Wind von der Enel-Gruppe für rund 12,5 Mrd. Euro übernommen. Um den Zuschlag zu bekommen, soll Sawiris Schmiergelder an Conti und andere Top-Manager gezahlt haben, um den Vorzug gegenüber dem Konkurrenzangebot des US-Finanzinvestors Blackstone zu bekommen. Er soll die Bestechungen als Beraterhonorare versteckt haben.

Sollten die Vorwürfe stimmen, wäre das ein schwerer Schlag für eines der größten Unternehmen Italiens. Mit einem Umsatz von voraussichtlich mehr als 41 Mrd. Euro im vergangenen Jahr steht der Versorger auf Platz drei hinter dem Ölkonzern Eni und dem Autohersteller Fiat. Außerdem kommen die Vorwürfe für den Enel -Chef Conti zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Sein Mandat läuft in einem Monat ab. Da Enel noch zu rund einem Drittel in Staatshand liegt, entscheidet die Regierung, ob sie Contis Mandat verlängert oder nicht.

Conti selbst weist alle Vorwürfe von sich: "Ich habe nichts zu verbergen und habe entschieden, Klarheit darüber zu schaffen, dass Enel und ich mit den Vorwürfen der Untersuchungen nichts zu tun haben", ließ er wissen. "Der Verkauf von Wind ist in aller Öffentlichkeit passiert und ist allen internen und externen Kontrollen ausgesetzt worden", sagte er.

Der Verwaltungsrat hat dem Unternehmenschef seine "totale Solidarität, Vertrauen und volle Unterstützung" ausgesprochen. Außerdem teilte das Unternehmen mit, mit den zuständigen Behörden zusammenzuarbeiten. Die Untersuchungen sind bereits seit dem vergangenen Jahr in Gange, nachdem einzelne Medienberichte Zweifel an dem Wind-Verkauf genährt hatten.

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