Italienischer Investor
Miro Radici übernimmt Steilmann

Das angeschlagene Bochumer Bekleidungsunternehmen ist vorerst gerettet. Steilmann wird vollständig von dem italienischen Mischkonzern Miro Radici übernommen.

HB BOCHUM. Nach einem fünftägigen Verhandlungsmarathon hat der italienische Investor Miro Radici am Montagabend die Verträge für die Übernahme des Konzern unterzeichnet. „Ich bin hoch erfreut, dass damit die Traditionsmarke erhalten bleibt“, sagte NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) am Dienstag der dpa. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers will die Landesregierung die Investition fördern.

Geschäftsführerin Ute Steilmann hatte am Mittwoch vergangener Woche einen Insolvenzantrag des Unternehmens angekündigt und die Übernahme-Verhandlungen für gescheitert erklärt. Noch am selben Tag waren die Gespräche mit Miro Radici jedoch wieder aufgenommen worden. Im Fall einer Übernahme hatte das Unternehmen bereits einen Arbeitsplatzabbau angekündigt. „Wir hoffen, dass möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben“, sagte die Ministerin.

Der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ/Dienstagausgabe) sagte Radici-Chef Michele Puller: „Wir übernehmen zu 100 Prozent und sind mit allen Beteiligten einig.“ Für die Arbeitsplätze werde man nun Detailverhandlungen aufnehmen. Das Gesprächsklima mit dem Betriebsrat und der IG Metall sei aber schon jetzt sehr konstruktiv. „Wir sind jedenfalls fest entschlossen, aus der Baustelle Steilmann etwas zu machen“, sagte er dem Blatt.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung (Dienstagausgabe) werde die bisherige Geschäftsführerin ihren Sessel räumen. Neuer Chef werde Massimo Giazzi von der Radici-Gruppe. „Frau Steilmann hat sich sehr für die Rettung ihrer Firma eingesetzt. Möglicherweise bleibt sie als Beraterin im Unternehmen“, sagte Giazzi der „Bild“. Die Übernahme bedeute aber auch, dass Arbeitsplätze abgebaut werden müssten: „Die Schmerzgrenze ist aber der Wegfall von 120 Stellen.“ Bislang hat das Unternehmen knapp 500 Beschäftigte.

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