Italienischer Konzern ist weiter an Thales interessiert
Finmeccanica erwartet 2005 mehr Gewinn

Der italienische Technologie- und Rüstungskonzern Finmeccanica erwartet, dass der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in diesem und dem nächsten Jahr um 14 Prozent steigen wird. Für 2006 rechnet Italiens größter Hersteller von Rüstungsgütern mit einem Gewinn von 800 Mill. Euro – das wären fast 200 Mill. Euro mehr als im vergangenen Jahr.

tom DÜSSELDORF. 2004 konnte der Konzern dank eines Sondererlöses den Gewinn im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdreifachen. Die Steigerung war jedoch weitgehend auf den Verkauf von Aktien des Chipherstellers ST Microelectronics zurückzuführen.

Finmeccanica-Chef Pier Francesco Guarguaglini will den Konzern, der noch zu rund einem Drittel in Staatsbesitz ist, über Zukäufe stärker international positionieren und eine aktive Rolle in der nächsten Phase der Konsolidierung der europäischen Rüstungsindustrie übernehmen. „Weniger Joint Ventures und mehr direkte Beteiligungen bedeutet für uns, dass wir auch stärker die Herren unseres Schicksals sind“, sagte Guarguaglini gestern auf einer Analystenkonferenz.

Im vergangenen Jahr hatte Finmeccanica begonnen, Joint Ventures im Bereich Verteidigungselektronik mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems zu entflechten, und hat die volle Kontrolle über den Hubschrauberhersteller Augusta Westland, die Nummer zwei weltweit, übernommen.

In der Verteidigungselektronik ist Finmeccanica inzwischen in Europa ebenfalls auf den zweiten Rang hinter dem zu einem Drittel staatlichen französischen Thales-Konzern aufgestiegen. Über die Zukunft von Thales spekuliert die Branche bereits seit mehreren Monaten intensiv, da im vergangenen Herbst durchsickerte, dass sich Thales-Aktionär Alcatel von seiner 9,5-prozentigen Beteiligung trennen will.

„Wenn die französische Regierung über die Zukunft von Thales entscheidet, hoffen wir, dabei zu sein“, sagte Finmeccanica-Chef Guarguaglini. Sein Konzern wolle eine Schlüsselrolle bei der Konsolidierung in Europa spielen. Finmeccanica habe bereits informelle Kontakte zu Thales gehabt, allerdings gebe es derzeit keine Gespräche über eine gemeinsame Zukunft.

Die beiden Unternehmen arbeiten bereits zusammen an einem Fregattenprogramm für die italienische und französische Marine.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%