Italienischer Versorger
Libyen will bei Eni massiv zukaufen

Libyen will seinen Anteil am größten italienischen Öl- und Gas-Konzern Eni massiv ausbauen. Die italienische Tageszeitung "La Repubblica" berichtete am Sonntag, in Tripoli stünden drei Mrd. Euro bereit, um die Beteiligung von bislang 0,2 Prozent auf mindestens fünf Prozent zu erhöhen.

HB ROM. Der libysche Botschafter in Rom, Hafez Gaddur, halte bis zu zehn Prozent für möglich. Die Regierung in Rom bestätigte in einer Mitteilung: "Die libysche Regierung hat Interesse bekundet, zu einem noch zu definierenden Zeitpunkt einen Anteil des Eni-Konzerns zu übernehmen, sofern keine Einwände von italienischer Seite bestünden."

Der "Repubblica" zufolge steht kein genauer Zeitpunkt für die Verwirklichung des libyschen Vorhabens fest. Die italienische Regierung habe jedoch offenbar keine Einwände. Für das italienische Wirtschaftsministerium zeige das Interesse von libyscher Seite "Vertrauen in die Solidität des Eni-Konzerns". Im Übrigen habe der nordafrikanische Staat in der Vergangenheit bewiesen, dass er sich nicht in die Leitung des Öl-Riesen einmischen wolle.

Gaddur zufolge hat die Vereinbarung einer Partnerschaft von Italien und Libyen die Möglichkeiten einer wirtschaftlichen Verflechtung gesteigert. "Früher wäre es undenkbar gewesen, dass ein ausländischer Staat einen Anteil von fünf bis zehn Prozent an einem staatlichen Ölkonzern wie Eni übernimmt, genau das, was wir vorhaben", wird der Botschafter zitiert. Hintergrund ist die Ende August von Ministerpräsident Silvio Berlusconi und dem libyschen Präsident Muammar al-Gaddafi beschlossene Vereinbarung über Entschädigungszahlungen Italiens an Libyen für die Kolonialzeit. Dabei hatte Berlusconi Libyen Zahlungen in Höhe von fünf Mrd. $ angekündigt.

Sollte der "Libyan Energy Fund" seinen Anteil an Eni auf fünf Prozent erhöhen, würde das nordafrikanische Land zum zweitgrößten Aktionär werden. Den Hauptanteil hält der italienische Staat.

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