Italienscher Modekonzern Valentino
Finanzinvestoren umgarnen Boss-Mutter

Internationale Private-Equity-Fonds interessieren sich für das italienische Modehaus Valentino Fashion. Die Aktie ist aufgrund dessen am Montagmorgen vom Handel ausgesetzt worden. Mit Valention würde auch die deutsche Hugo Boss AG den Besitzer wechseln.

HB/kk MAILAND. Eine Sprecherin der Mailänder Aktienbörse begründete die Aussetzung am Montagmorgen damit, dass eine Mitteilung erwartet werde. Der Großaktionär und Präsident von Valentino, Antonio Favrin, hatte am Freitag bestätigt, dass sich Finanzinvestoren für die Gruppe interessieren und dass ein mögliches Angebot geprüft werde. Noch gebe es aber keine formelle Offerte, betonte Favrin auf der Hauptversammlung. Wie aus Finanzkreisen verlautet, sind sowohl Permira als auch Carlyle an dem Unternehmen mit Sitz im norditalienischen Valdagno interessiert.

Italienische Luxusfirmen sind derzeit beliebte Ziele internationaler Beteiligungsfonds. Allein im ersten Quartal 2007 kamen von den weltweit 47 Unternehmen aus dem Luxussektor, die den Besitzer wechselten, zwölf aus Italien, wie die auf Luxus spezialisierte Unternehmensberatung Pambianco feststellte. Die Hälfte dieser italienischen Firmen gingen dabei in die Hände von Private-Equity-Fonds über.

Im Falle Valentino zielt das Interesse zunächst auf die 19,7 Prozent der Anteile ab, die der Präsident Favrin über seine Finanzholding Canova kontrolliert und verkaufen will. Damit hätte ein Investor zwar einen großen Einfluss, aber noch keine entscheidende Kontrolle über das Unternehmen, da ein größerer Anteil von 29 Prozent noch in den Händen der Marzotto-Familie gehörenden ICG liegt. Da sich aber weder Carlyle noch Permira normalerweise mit Minderheitsbeteiligungen abgeben, gehen Beobachter davon aus, dass die Investoren es auf mehr als nur das Canova-Paket abgesehen haben.

Und sollten die Beteiligungsfonds mehr als 30 Prozent der Aktien kaufen, müssen sie nach dem italienischen Übernahmegesetz eine Offerte für alle Aktien des börsennotierten Unternehmens vorlegen. Da die Valentino Fashion Group 78,8 Prozent von Hugo-Boss kontrolliert, würde damit auch der Besitzer der erfolgreichen deutschen Tochter wechseln. Die Italiener hatten Hugo Boss Anfang der 90-er Jahre übernommen.

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