„Ja nicht jammern“ heißt die Devise bei der Uhrenmesse Baselworld
Fünf vor zwölf für die Luxusbranche

„Wenn Sie eine Uhr wollen, die genau läuft, kaufen Sie sich eine Swatch“, hat der inzwischen verstorbene Chef der Schaffhauser Luxusmarke IWC Günther Blümlein einmal zum besten gegeben. Dennoch will die Uhrenbranche auch in diesem Jahr in Basel wieder beweisen, dass sie in der Lage ist, Zeitmesser zu verkaufen, die bis zu einer Million Euro kosten und dafür nicht einmal so genau gehen wie eine Swatch.

HB ZÜRICH. Die Baselworld, die sich mit ihrem Angebot an Uhren und Schmuck selbst als „Leitmesse der Luxusgüterbranche“ versteht, galt lange als konjunkturresistent. „Luxus läuft immer“ hieß die Devise, zu der gut gehende Geschäfte wie etwa die des Luxuskonzerns Richemont beitrugen. Doch im vergangenen Jahr erwischte es auch die Anbieter von Dingen, die der Mensch nicht wirklich braucht: Richemont, zu dem Namen wie IWC, A. Lange & Söhne oder auch Jaeger LeCoultre gehören, schockierte die Finanzmärkte mit einem um 46 % niedrigeren operativen Gewinn. Die Swatch- Group, die sich mit Marken wie Breguet, Glashütte oder Omega im Luxussegment tummelt, büßte beim Betriebsergebnis 6 % ein.

Wegen der Lungenepidemie SARS hatte die Schweizer Regierung 2003 den Ausstellern aus Asien den Zugang zur Baselworld verweigert. Prompt brachen die Exporte nach Asien ein. Die Schweizer verkauften auf ihrem wichtigsten Abnehmermarkt Hongkong mit umgerechnet 500 Mill. Euro 3,2 % weniger. Insgesamt gingen die Uhren-Exporte um 4 % zurück, bei Luxusuhren erreichte das Minus gar 10,2 %.

Weil Jammern aber einer Luxusmarke keinen Glanz verleiht, üben sich die Hersteller bei der diesjährigen Messe in Optimismus: „Die Trendwende ist klar erkennbar“, sagt Jacques Duchene, Präsident des Aussteller-Beirats. Woher er diesen Optimismus nimmt, bleibt sein Geheimnis, zumal er einräumt, dass das Jahr „unbefriedigend begonnen“ habe und die Konjunktur angesichts ihrer „unbeständigen Größe“ alles andere als vorhersehbar sei. Ins gleiche Horn stößt Uhrenkönig Nicolas Hayek, der anlässlich der Präsentation der Jahreszahlen der Swatchgroup zwar einen Aufwärtstrend seit dem zweiten Halbjahr 2003 sieht, aber auch vor „Ereignissen außerhalb unserer Kontrolle“ warnt. Richemont enthält sich zur Zeit lieber jeglichen Ausblicks.

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