Jährliche Kostensenkungen von 2,5 Milliarden Dollar geplant
GM tritt voll auf die Kostenbremse

Der weltgrößte Autokonzern General Motors wird nach Angaben von Konzernchef Rick Wagoner in den kommenden Jahren Standorte schließen müssen und weitere Stellen abbauen.

HB WILMINGTON. Der angeschlagene weltgrößte Autokonzern General Motors (GM) will mit Standortschließungen und einem erheblichen Stellenabbau im wichtigen Nordamerika-Geschäft aus der Krise kommen. Auf der Hauptversammlung in Wilmington kündigte GM-Chef Rick Wagoner am Dienstag an, er rechne damit, dass in der Produktion binnen drei Jahren 25 000 Stellen oder sogar mehr abgebaut werden müßten. In Nordamerika beschäftigt GM etwa 181 000 Menschen, weltweit 321 000. Im Laufe der kommenden Jahren würden zudem Montage- und Komponentenwerke geschlossen. Von diesen Maßnahmen verspricht sich der Mutter-Konzern des deutschen Autobauers Opel Einsparungen in Höhe von jährlich 2,5 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal des laufenden Jahres hatte GM mit einem Minus von 1,1 Milliarden Dollar den höchsten Quartalsverlust seit über einem Jahrzehnt ausgewiesen.

Der Sanierungsplan von Wagoner war mit Spannung erwartet worden, da immer wieder Spekulationen um eine drohende Insolvenz des Konzerns aufkamen. Wagoner hatte diesen aber stets vehement widersprochen. Angefacht wurden sie allerdings dadurch, dass die drei großen Ratinagenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch die Kreditwürdigkeit von GM zuletzt auf spekulatives Niveau (Junk) abgestuft hatten. Dies bedeutet für General Motors höhere Kosten bei der Beschaffung künftiger Kredite. Ende März belief sich das Volumen der von GM und der Finanztochter GMAC ausgegebenen langfristigen und gesicherten kurzfristigen Schuldenpapiere auf etwa 292 Milliarden Dollar.

GM hatte in der vergangenen vier Jahren bereits Standorte geschlossen und die jährliche Produktion von sechs Millionen Fahrzeugen im Jahr 2002 auf fünf Millionen Ende 2004 gedrosselt.

Einer Studie der Harbour Consulting zufolge liegt GM in der Auslastung unter den Autobauern in Nordamerika an letzter Stelle. In dem jährlichen Bericht heißt es, GM habe 2004 etwa 80 Prozent seiner Kapazitäten genutzt. Zum Vergleich: Der japanische Konkurrent Toyota lag bei 107 Prozent.

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