Jahresbilanz: Bosch leidet mit der US-Autoindustrie

Jahresbilanz
Bosch leidet mit der US-Autoindustrie

Der weltgrößte Autozulieferer Robert Bosch bekommt mit den Absatzproblemen der US-Autoindustrie selbst in Schwierigkeiten. Die Rendite des Maschinenbauer gerät unter Druck, doch das Unternehmen hat schon Pläne wie es möglichst schnell aus der unverschuldeten Krise kommen kann.

HB STUTTGART. Der weltgrößte Autozulieferer Robert Bosch rechnet für das laufende Jahr wegen der sich abkühlenden Weltkonjunktur mit einem abgeschwächten Wachstum. Eine Entlastung erwartet das Unternehmen jedoch bei den Rohstoffpreisen, die 2006 die Ertragskraft noch merklich geschmälert hatten.

2007 soll der Umsatz um drei und fünf Prozent zulegen, nachdem er im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 43,7 Mrd. Euro gestiegen war, wie Konzernchef Franz Fehrenbach mitteilte. Wachstumstreiber waren die Sparten Industrietechnik, Gebrauchsgüter und Gebäudetechnik. Der größte Unternehmensbereich Automobiltechnik litt dagegen unter einem harten Konkurrenzkampf unter den Autozulieferern. Das Umsatzwachstum des Kernbereichs sei dadurch auf 3,5 Prozent auf 27,2 Mrd. Euro begrenzt.

Die Materialkosten seien 2006 nochmals um knapp 240 Mill. Euro geklettert, sagte Fehrenbach am Mittwochabend in Stuttgart. Das drückte die Ertragskraft: Der Anteil des Vorsteuergewinns am Umsatz sank auf „um die sieben Prozent“, nachdem er 2005 in Folge eines hohen Finanzergebnisses noch 7,7 Prozent betragen hatte, wie der Bosch-Chef erläuterte. Die Kennziffer soll im laufenden Jahr wieder zulegen und den „Zielkorridor von sieben bis acht Prozent“ erreichen. Dazu sollen geringere Kosten bei Einkauf und Personal beitragen.

Während die Rohstoffkosten insbesondere für Edel- und Buntmetall im vergangenen Jahr bei Bosch für eine zusätzliche Gewinnbelastung von 240 Mill. Euro geführt haben, übten vor allem die Automobilhersteller einen starken Druck auf die Zulieferer aus. Die am Markt durchsetzbaren Verkaufspreise seien durchschnittlich um drei bis vier Prozent zurückgegangen, so Fehrenbach. „Das ist die absolute Obergrenze, die die Zulieferindustrie verkraften kann“, ergänzt der für die Kfz-Technik verantwortliche Bernd Bohr.

Außerdem sank die Auslastung der Bosch-Werke in den USA aufgrund der erheblichen Absatzprobleme großer US-Hersteller. Ein wichtiger Kunde des Stuttgarter Zulieferers ist Chrysler, die aufgrund einer verfehlten Modellpolititk einen Absatzrückgang von sieben Prozent in den USA verzeichnete und die Produktion kurzfristig herunterfuhr. Diese Entwicklungen habe Bosch durch das stark wachsende Asien-Geschäft und Kostensenkungen nicht völlig ausgleichen können, so Fehrenbach. Um die Belastungen aufzufangen, müsse Bosch die Produktivität weiter steigern und gerade in der Kfz-Technik die Anstrengungen verstärken.

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