Jahresbilanz
Eon Ruhrgas: Gaspreise steigen, aber nicht um 25 Prozent

So hoch wie vermutet fällt die anstehende Gaspreiserhöhung wohl nicht aus. Dass sie kommt, ist hingegen laut Eon-Ruhrgas-Chef Bernhard Reutersberg sicher. Wobei sich die Preisspirale bereits im ersten Quartal dieses Jahres in der Bilanz des Energieversorgers bemerkbar gemacht hat. Und zwar negativ.

HB. ESSEN. Die Aufregung war groß: Um bis zu 25 Prozent wolle Eon Ruhrgas die Gaspreise erhöhen, hatte es in den vergangenen Tagen in Zeitungen und Magazinen geheißen. Am Dienstag wies Vorstandschef Bernhard Reutersberg die Medienberichte zurück: Eine Erhöhung um 25 Prozent werde es nicht geben. "Das ist deutlich zu hoch", sagte Reutersberg am bei der Bilanzvorlage in Essen. Konkrete Angaben zu der bevorstehenden Preiserhöhung machte er jedoch nicht. "Das ist die Preishoheit der Stadtwerke", sagte er. Geplant sind aber offenbar Anstiege im unteren zweistelligen Bereich.

Dass Gas teurer werden wird, ist hingegen eine ausgemachte Sache. "Nachdem wir unsere Gaslieferpreise an weiterverteilende Kunden im vergangenen Jahr mehrfach senken konnten, werden sie sich jetzt wieder erhöhen", sagte Reutersberg und verwies bei der auf den drastisch gestiegenen Ölpreis, an den der Gaspreis gebunden ist.Auch an den Gasbörsen seien derzeit starke Preisausschläge nach oben zu beobachten. "Wir beobachten die Entwicklung mit Sorge, können uns aber nicht von ihr abkoppeln." Die Gasbeschaffungspreise des Konzerns seien bereits stärker gestiegen als die eigenen Verkaufspreise.

Das macht sich auch im Ergebnis des Energieversorgers bemerkbar. Durch den Anstieg der Gaspreise sei es im ersten Quartal des laufenden Jahres 2008 zu einem Ergebnisrückgang um zehn Prozent auf rund eine Milliarde Euro gekommen, berichtete das Unternehmen. Der Umsatz im vergangenen Jahr ging von 22,947 Milliarden Euro auf 22,745 Milliarden Euro zurück. Dafür konnte die größte deutsche Ferngasgesellschaft ihr bereinigtes Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Adjusted Ebit) im zurückliegenden Geschäftsjahr 2007 um zehn Prozent auf 2,6 Milliarden Euro gesteigert.

Was das Kartellverfahren der EU-Kommission angeht, setzt der Energiekonzern auf eine Beilegung des gegen ihn laufenden Verfahrens. "Wir gehen davon aus, dass wir den Sachverhalt sauber aufklären", sagte Ruhrgas-Chef Bernhard Reutersberg. Rücklagen für mögliche Strafen habe das Unternehmen nicht gebildet. Die Wettbewerbshüter in Brüssel hatten vor einem Jahr ein Verfahren wegen des Verdachts unerlaubter Absprachen bei Gas gegen Eon und Gaz de France eingeleitet.

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