Jahresbilanz
Gildemeister erzielt Rekord-Gewinn

Zuletzt hatte Gildemeister wegen Querelen um seinen Chef für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt gibt es auch aus dem eigentlichen Geschäft gute Nachrichten. Der größte deutsche Werkzeugmaschinenbauer arbeitete im letzten Jahr so erfolgreich wie nie. Das freut vor allem die Aktionäre. Sie erhalten eine Rekord-Dividende.

HB DÜSSELDORF. Der Maschinenbauboom hat Deutschlands größtem Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister 2007 das beste Geschäftsjahr in seiner 137-jährigen Firmengeschichte beschert. Der Gewinn stieg um 85 Prozent auf 50,1 (27,1) Millionen Euro, wie der Konzern mitteilte. Damit übertrafen die Bielefelder ihre eigenen Erwartungen, die einen Anstieg von über 60 Prozent vorsahen.

Operativ verdiente Gildemeister knapp 126 Millionen Euro, ein Plus von 53 Prozent. Die Aktionäre sollen an der Geschäftsentwicklung mit einer von 20 Cent auf 35 Cent je Aktie erhöhten Dividende beteiligt werden. Der Umsatz legte Gildemeister zufolge 2007 um 18 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro zu.

Die Erlöse stiegen in Deutschland um 19 Prozent auf 730,4 Millionen Euro und im Ausland um 16 Prozent auf 831,7 Millionen. Bei den Bestellungen verbuchte der Konzern ein Plus von 29 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro. Erstmals leistete der a+f-SunCarrier im Bereich der regenerativen Energien mit 81,5 Millionen Euro einen nennenswerten Beitrag zum Auftragseingang. Zum gesamten Auftragseingang trug das Inland 847,5 Millionen Euro (plus 31 Prozent) und das Ausland knapp 1,1 Milliarden Euro (plus 28 Prozent) bei.

Der Auftragsbestand von 749,4 Millionen Euro übertraf den Vorjahreswert um 68 Prozent. Die prall gefüllten Auftragsbücher und die unvermindert positiven Aussichten im Maschinenbau lassen den Vorstand für das laufende Jahr optimistischer sein als bisher. Der Umsatz solle 2008 auf über 1,8 Milliarden Euro steigen und läge damit 200 Millionen Euro über den Prognosen von November. Für den Überschuss kündigte der Konzern einen Anstieg im zweistelligen Prozentbereich an. Erneut sollen die Aktionäre mit einer höheren Dividende bedient werden.

Das Wachstum soll organisch und mit Hilfe der eigenen Innovationskraft getrieben sein, kündigte das Unternehmen an, das seit Mitte Dezember im Mittelwerteindex MDAX enthalten ist. Angesichts der belastenden Wechselkurseffekte plane der Konzern ein Werk in den USA für Standardmaschinen, kündigte Vorstandschef Rüdiger Kapitza an. Dies könne auch mit einem Partner geschehen. Das Investitionsvolumen dafür bezifferte er mit zehn Millionen Dollar.

Im vorbörslichen Handel wurden die Gildemeister -Papiere nach Bekanntgabe der guten Unternehmensdaten rund sechs Prozent höher indiziert, zum Handelsauftakt legten die Aktien dann um etwa drei Prozent zu und lagen eine Stunde nach Handelsbeginn bei 14,26 Euro.

Dabei hatte der Werkzeughersteller zuletzt für negative Schlagzeilen gesorgt. Gegen Unternehmenschef Rüdiger Kapitza ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Untreue, Bestechung, Steuerhinterziehung und Bestechlichkeit. Kapitza bestreitet die Vorwürfe. Der Aufsichtsrat von Gildemeister hatte sich aber hinter den Unternehmenschef gestellt. Marktbeoachter zeigten sich in anbetracht der ungeklärten Lage vorsichtig. Anleger sollten trotz der guten Zahlen und dem guten Ausblick vorsichtig sein, sagte ein Analyst. Es sollte daher auf die Klärung des Sachverhalts gewartet werden.

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