Jahresbilanz
Glaxo hofft auf seine Pipeline

Europas größter Pharmakonzern Glaxo Smith Kline hat im vergangenen Jahr seinen Gewinn kräftig gesteigert. Für 2007 stellte der britische Arzneimittelhersteller allerdings ein schwächeres Wachstum in Aussicht, da ältere Medikamente ihren Patentschutz verlieren. Doch die Pipeline ist nicht ganz leer.

HB LONDON. Für neue Präparate beginnt erst die Phase der Markeinführung. Da Anleger mit einem noch wesentlich zurückhaltenderen Geschäftsausblick gerechnet hatten, legte die Glaxo-Aktie an der Londoner Börse fast zwei Prozent auf 14,26 Pfund zu.

Vor Steuern blieben dem britischen Pharmariesen 2006 rund 7,8 Mrd. Pfund (11,8 Mrd. Euro) Gewinn, ein Plus von 19 Prozent, wie Glaxo Smith Kline am Donnerstag in London mitteilte. Pro Aktie entspreche dies einem Ergebnis von 95,5 Pence. Der Umsatz habe sich um neun Prozent auf 35,1 Mrd. Euro erhöht. Firmenchef Jean-Pierre Garnier äußerte sich zufrieden. „Das Umsatzwachstum rührt von einem sich stets verbreiternden Bestand an schnell wachsenden Produkten her“ erklärte er.

Für dieses Jahr kündigte Glaxo beim Gewinn je Aktie jedoch nur eine Steigerung zwischen acht und zehn Prozent auf Basis konstanter Wechselkurse an, während es 2006 noch 19 Prozent waren. Analysten hatten für 2007 bislang aber mit einem noch geringeren Gewinnplus im niedrigen einstelligen Prozentbereich gerechnet.

Der Pharmariese will in diesem Jahr zwar fünf wichtige neue Präparate auf den Markt bringen. Auf der anderen Seite muss der Konzern jedoch Wettbewerb durch billigere Nachahmer bei seinen Medikamenten Zofran gegen Übelkeit und Wellbutrin XL gegen Depressionen verkraften. Zudem will Konkurrent AstraZeneca zur Jahresmitte sein neues Asthma-Mittel Symbicort in den USA auf den Markt bringen und das bedeutet neue Konkurrenz für das lukrative Glaxo-Präparat Advair. Auch gibt es vom US-Riesen Merck & Co und dem Schweizer Pharmakonzern Novartis neue Rivalen für das umsatzstarke Diabetes-Medikament Avandia.

2007 ist für Glaxo das letzte Geschäftsjahr unter der Führung von Garnier, der im Mai 2008 in den Ruhestand gehen soll. Auch wird sich dieses Jahr nach Einschätzung von Branchenbeobachtern entscheiden, in wie weit der Konzern die hohen Erwartungen an seinen umfangreichen Bestand an Medikamentenkandidaten erfüllen kann. Dieses Jahr soll unter anderem mit Tykerb ein neues Präparat gegen Brustkrebs auf den Markt kommen. Zudem will Glaxo bis April in den USA den Zulassungsantrag für seinen Impfstoff Cervarix gegen Gebärmutterhalskrebs stellen. Der Konzern hat nach eigenen Angaben derzeit 31 Produkte in der späten klinischen Entwicklung oder schon in der Phase der Registrierung bei den Behörden.

Dabei will der Konzern aber nicht stehenbleiben. So kündigte Glaxo am Donnerstag außerdem an, Rechte an zwei Produkten in der Entwicklung anderer Pharmafirmen zu erwerben. Dabei handelt es sich um eine Substanz gegen das so genannte Syndrom der unruhigen Beine - einer neurologischen Erkrankung - sowie um ein Mittel gegen Depressionen.

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