Jahresbilanz: Merck sieht höhere Synergien in Serono-Übernahme

Jahresbilanz
Merck sieht höhere Synergien in Serono-Übernahme

Der Chemie- und Pharmakonzern Merck KGaA stellt seinen Aktionären weiterhin kräftig steigende operative Erträge in Aussicht. Aus der Integration von Serono erwartet Merck doppelt so hohe „Synergien“ wie bisher, doch zunächst schlägt die Übernahme erst mal kräftig auf die Bilanz.

DARMSTADT. Sowohl für die bisherigen Aktivitäten als auch für die neu erworbene Serono-Gruppe rechnet das Management für 2007 mit einem hoch einstelligen Umsatzwachstum und einem „komfortabel zweistelligen“ Anstieg des Betriebsgewinns. Das Nettoergebnis des Konzerns dürfte dagegen aufgrund zahlreicher Sonderbelastungen im Zusammenhang mit der Übernahme von Serono deutlich unter dem Vorjahresniveau von rund einer Mrd. Euro liegen.

Mit Blick auf den weit reichenden Umbau der Gruppe hielten sich Vorstandschef Michael Römer und seine Kollegen gestern mit detaillierten Prognosen indessen weitgehend zurück.

Das Darmstädter Unternehmen, das sich mehrheitlich in Familienbesitz befindet, hat Anfang Januar den Schweizer Biotechnologie-Konzern Serono für rund 10,6 Mrd. Euro übernommen und damit sein innovatives Pharmageschäft stark ausgebaut. Auf der anderen Seite ist die Trennung von der Generika-Sparte mit rund 1,8 Mrd. Euro Umsatz geplant. Dieser Verkauf, den die Investmentbank Bear Stearns betreut, könnte nach Analystenschätzungen einen Erlös von vier bis fünf Mrd. Euro bringen. Nach Abschluss der Transaktionen wird der Merck-Konzern im wesentlichen von der neu formierten Pharma-Tochter Merck-Serono mit einem addierten Umsatz von gut 4,1 Mrd. Euro im vergangenen Jahr, der Sparte Consumer Healthcare mit knapp 400 Mill. Euro Umsatz und der Chemiesparte mit rund 2,1 Mrd. Euro Umsatz Umsatzanteil geprägt.

Der designierte Firmenchef Karl-Ludwig Kley, der Ende April den bisherigen Vorsitzenden der Geschäftsleitung Römer ablösen wird, stellte für alle drei Sparten eine Strategie des „profitablen Wachstums“ in Aussicht. Auf jeden Fall bleibe Merck ein integriertes Pharma- und Chemieunternehmen, betonte Kley. „Wir werden in beiden Bereichen weiter investieren und setzen auf innovative Produkte“. Die weitere Stärkung der Produkt-Pipeline genieße daher Priorität.

Aus der Integration von Serono erwartet Kley „Synergien“ von rund 200 Mill. Euro, was einer Verdopplung gegenüber den bisherigen Annahmen entspricht. Gemessen am gemeinsamen Umsatz liegt das Einsparziel damit aber immer noch niedriger als bei den meisten anderen Pharmafusionen der vergangenen Jahre. Bayer zum Beispiel zielt bei der Integration von Schering auf Einsparungen von etwa sieben Prozent des addierten Umsatzes.

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