Jahresbilanz: Milliardenverlust bei Peugeot

Jahresbilanz
Milliardenverlust bei Peugeot

Peugeot hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Ein Verlust von fünf Milliarden steht zu Buche. Beim Autogeschäft sanken die Umsätze um mehr als zehn Prozent. Schuld ist mal wieder Europa.
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ParisDer angeschlagene Opel-Partner Peugeot Citroen hat im vergangenen Jahr einen Verlust in Höhe von fünf Milliarden Euro angehäuft. Der Fehlbetrag setzte sich zum Großteil aus Abschreibungen auf den Wert des Autogeschäfts zusammen, wie der französische Autobauer am Mittwoch mitteilte. Die gesamten Abschreibungen summierten sich auf 4,7 Milliarden Euro. Peugeot leidet noch stärker als die europäische Konkurrenz unter der Krise in Europa. 2011 hatte Peugeot noch ein Gewinn von 588 Millionen Euro in der Bilanz zu stehen.

Um aus der Misere herauszukommen, will Peugeot 8000 Stellen streichen und ein Werk schließen. Dabei liege man über Plan, gab sich Peugeot-Chef Philippe Varin optimistisch. "Die Grundlagen für unsere Erholung sind gelegt", versicherte er. Diese Ankündigung fand an der Börse positiven Widerhall. Die Aktie stieg zum Handelsbeginn um rund fünf Prozent, gab aber dann wieder etwas nach.

Der Wettbewerber von Renault gab bekannt, 200 Millionen Euro mehr als geplant eingespart zu haben. Bisher seien die Ausgaben um 1,2 Milliarden Euro gesenkt worden. Im laufenden Jahr sollen weitere 900 Millionen Euro hinzukommen.

Zugleich soll die Zusammenarbeit mit General Motors an Schwung gewinnen. Im Januar hatten Peugeot und GM eine weitreichende Kooperation bei der Fahrzeugentwicklung bekanntgegeben. Dies soll 2013 zu Einsparungen von weiteren 600 Millionen Euro führen. Dabei gibt Opel zwei wichtige Projekte in die Hände des französischen Partners: Zwei neue Plattformen - eine für kompakte Familienwagen in der Größe des Opel Zafira und eine für Autos im Segment des erfolgreichen Opel Meriva - sollen auf der Peugeot-Technik basieren. Opel leidet unter ähnlichen Problemen wie Peugeot. GM will deswegen sparen und die Fahrzeugproduktion im Werk Bochum spätestens 2016 einstellen.

Der Umsatz von Peugeot sank im vergangenen Jahr um 5,2 Prozent auf 58,4 Milliarden Euro. Damit erlösten die Franzosen mehr als erwartet. Schlecht lief es vor allem im wichtigen Autogeschäft: Hier gingen die Umsätze um 10,3 Prozent auf 38,3 Milliarden Euro zurück. Der Konzern verkauft normalerweise viele seiner Peugeot- und Citroen-Modelle in Südeuropa, das von Wirtschaftsschwäche und hoher Arbeitslosigkeit besonders betroffen ist. Hinzu kommt, dass Peugeot auch auf diesen Märkten Anteile verliert, beispielsweise an Volkswagen und Hyundai-Kia.

Auch beim Ergebnis aus dem operativen Geschäft sah es schlecht aus. Da verbuchte Peugeot 2012 einen Betriebsverlust im Autogeschäft von 1,5 Milliarden Euro, konzernweit lag der operative Fehlbetrag bei 576 Millionen Euro.

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  • leider sieht man an PSA, dass man sich nicht an Erfolgen und Lorbeeren ausruhen darf.
    lang lang it es her, dass die Cabrios mit Metalldach gelobt wurden. Es gab damals nur zwei: Mercedes SLK und Peugeot 207CC. Heute hat jeder dieses System.
    auch darf man nicht vergessen, dass PSA unheimlich viel in der Dieseltechnologie entwickelt hat.
    Auch war Peugeot einer der ersten Hersteller, welche Serienmäßig auch in Kleinstwagen einen Rußpartikelfilter eingebaut hat.
    Das war bei den ach so erfolgreichen deutschen Automarken lange Zeit undenkbar.
    Doch leider hat man bei PSA den Anschluß verpasst:
    - man ist gar nicht bzw. erst viel zu spät in Asien
    vertreten
    - man baut immer nur Kleinwagen, welche günstig sind
    hier hätte man auch schon lange eine Edelmarke
    etablieren müssen
    - Hybrid ist völlig unbekannt, habe ich das Gefühl

    Ich hoffe, dass der Staat Frankreich endlich aufhört, die französischen OEMs zu subventionieren.
    Erst muss einmal das komplette Management ausgetauscht werden (auch bei Renault).

  • Peugot "sanktioniert" den Iran, gemäß USrael-Befehl. Dumm nur, dass der Iran ein sehr guter Kunde war....

  • Vielleicht haben Millionen Europäer auch kein Geld, sich ein Auto zu kaufen? Vielleicht gehören die entlassenen Bochumer auch mal zu denen, die sich nicht jedes Jahr ein neues Auto leisten können! Allein in Deutschland haben wir über 10Mio. Prekärbeschäftigter. Woher sollen da die Autokäufer kommen?

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