Jahresbilanz: Rheinmetall macht mehr Umsatz, aber weniger Gewinn

Jahresbilanz
Rheinmetall macht mehr Umsatz, aber weniger Gewinn

Der Rüstungskonzern hat im vergangenen Jahr rund 50 Millionen Euro weniger Gewinn eingefahren. Bei Umsatz und Auftragsbestand konnte Rheinmetall jedoch ein deutliches Plus erzielen.
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DüsseldorfDie Rüstungs- und Heerestechnik von Rheinmetall ist gefragt wie nie. Doch der Auftragsrekord zahlt sich bislang nicht in barer Münze aus: 2012 ging der Gewinn kräftig zurück, obwohl der Umsatz zunahm, wie der Düsseldorfer Konzern am Donnerstag mitteilte. Neben Kosten des Firmenumbaus von 20 Millionen Euro nannte ein Konzernsprecher einen ungünstigen Produktmix als Grund für die Einbußen. So sei das margenschwache Geschäft etwa mit Militär-LKW eine Belastung gewesen. Zudem hatte die schwache Autokonjunktur die Zuliefersparte ins Stottern gebracht.

Wie Rheinmetall mitteilte, sank das operative Ergebnis (Ebit) 2012 um 53 Millionen auf 301 Millionen Euro. Der Umsatz legte um sechs Prozent zu, blieb aber mit 4,7 Milliarden Euro unter der bereits um 100 Millionen Euro reduzierten Firmenprognose von 4,8 Milliarden Euro.

Der Auftragsbestand im Rüstungsgeschäft lag so hoch wie zuvor: Er stieg um zehn Prozent auf knapp fünf Milliarden Euro. Der Auftragseingang legte um 60 Prozent auf 2,933 Milliarden Euro zu. Vor allem im vierten Quartal habe es einen Schwung an Bestellungen gegeben. Der Vorstand begründete das Plus mit seinem stärkeren Auslandsgeschäft. Bei einem Umsatz von 2,335 (Vorjahr: 2,141) Milliarden Euro brach das Ebit in der Rüstungssparte allerdings um 22 Prozent auf 174 Millionen Euro ein.

Darin enthalten seien neben den Restrukturierungskosten von 20 Millionen Euro auch Einnahmen aus einem Anteilsverkauf von 48 Millionen Euro. Analysten von Hauck & Aufhäuser spekulierten, dass Abschreibungen auf das LKW-Joint Venture mit MAN das Ergebnis geschmälert haben. Details nannte Rheinmetall dazu nicht, sondern verwies auf die Bilanzpressekonferenz im März.

In der Automobilzulieferung kletterten die Erlöse 2012 um zwei Prozent auf 2,37 Milliarden Euro. Das Ebit schrumpfte indes um acht Millionen auf 143 Millionen Euro. Der Vorstand hatte bereits im Herbst seine Erwartungen für 2012 eingedampft. Eine Prognose für 2013 wagte er bislang nicht.

Die Anleger ließen sich vom Rekordauftragsbestand beeindrucken: Die Aktien legten im MDax mit 6,2 Prozent auf 42,85 Euro so deutlich zu wie kein anderer Wert und waren damit so teuer wie zuletzt im Mai. Die gute Entwicklung im Rüstungsbereich habe geholfen, das unerwartet schwache Geschäft in der Automobilzulieferung auszugleichen, urteilte DZ-Bank-Analyst Markus Turnwald. Equinet-Analyst Adrian Pehl hob den überraschend starken Auftragseingang von 2,933 Milliarden Euro hervor. Allerdings sei Vorsicht angebracht wegen der Autosparte und der Gewinnentwicklung bei der Zusammenarbeit mit MAN im Rüstungsbereich.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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