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Jahresbilanz: Roche geht gestärkt in llumnia-Übernahmekampf

Einsparungen, gesenkte Finanzierungskosten und eine geringere Steuerlast verhelfen Pharma-Konzern Roche trotz starkem Franken zu einem Gewinn-Plus. Das könnte beim Übernahmekampf um eine US-Gentechnikfirma nützlich sein.

Das Roche-Logo an der Konzernzentrale in Basel. Quelle: Reuters
Das Roche-Logo an der Konzernzentrale in Basel. Quelle: Reuters

BaselMit einer optimistischen Umsatzprognose und einer Dividendenerhöhung für seine Aktionäre zieht Roche in den Übernahmekampf um den US-Gentechnikspezialisten Illumina. Für 2012 rechnet Roche mit einem Anstieg des Konzernumsatzes zu konstanten Wechselkursen im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich, wie der Schweizer Pharmariese am Mittwoch in Basel mitteilte. Die Diagnostik-Sparte, die mit dem Illumina-Kauf gestärkt werden soll, soll stärker wachsen als der Markt.

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Im vergangenen Jahr bekam Roche die Stärke des Schweizer Franken und die Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen zu spüren. Auch der Umsatz mit dem Top-Medikament Avastin ging zurück, nachdem in den USA die Zulassung zur Brustkrebsbehandlung zurückgezogen wurde. Der Konzernumsatz sank um zehn Prozent auf 42,5 Milliarden Franken. Den Konzerngewinn steigerte Roche dank Einsparungen, gesunkener Finanzierungskosten und einer geringeren Steuerlast um sieben Prozent auf 9,54 Milliarden Franken (7,9 Milliarden Euro). Ohne den starken Franken hätte der Gewinn um 26 Prozent zugelegt, der Umsatz wäre immerhin noch um ein Prozent gestiegen. Die Anteilseigner sollen eine Dividende von 6,80 Franken erhalten, drei Prozent mehr als vor Jahresfrist, und damit die 25. Erhöhung in Folge.

In diesem Jahr strebt Roche zu konstanten Wechselkursen ein hohes einstelliges Wachstum des Kerngewinns je Aktie an. 2011 lag diese für Analysten wichtige Kennzahl bei 12,30 (Vorjahr: 12,78) Franken - ein Plus von elf Prozent unter Ausschluss von Währungseinflüssen. Am Markt war jedoch mit 12,40 Franken je Aktie gerechnet worden. Die Analysten von Vontobel führten den etwas schwächer als erwarteten Gewinn vor allem auf die überraschend hohen Währungsverluste zurück. Ansonsten seien die Geschäfte in allen Hauptsegmenten gut gelaufen. An der Börse verloren die Roche-Genussscheine 1,4 Prozent auf 153,60 Franken. Händler bezeichneten den Rückgang als übertrieben und führten ihn teilweise auf Gewinnmitnahmen zurück.

Beim Lokalrivalen Novartis, der in Dollar rechnet, stieg der Umsatz 2011 um 16 Prozent, der Gewinn ging aber nach einem schwachen Schlussquartal um sieben Prozent auf 9,25 Milliarden Dollar zurück. Dieses Jahr will Novartis den Umsatz mit Hilfe von in den letzten fünf Jahren neu eingeführten Produkten auf Vorjahresniveau halten. Auch Roche setzt auf neue Produkte. 17 Produkte seien in der Spätphase der klinischen Entwicklung, erklärte Konzernchef Severin Schwan. Das bilde die Basis, in den kommenden Jahren das Geschäft auszubauen.

Zu Illumina hatte Schwan am Mittwoch nichts Neues zu berichten. Er strebe weiter eine Verhandlungslösung mit den Amerikanern an, sagte er nur. Roche will Illumina gegen den Willen des Managements für insgesamt 5,7 Milliarden Dollar übernehmen. Illumina prüft das Angebot derzeit und gab noch keine Empfehlung an die Aktionäre ab. Die Amerikaner mischten am vergangenen Donnerstag aber bereits eine Giftpille gegen die Offerte an und die Märkte gehen davon aus, dass Roche beim Preis nachlegen muss. Das sollte sich Roche aber leisten können. 2011 sank die Nettoverschuldung des Konzerns um 3,6 Milliarden auf 15,6 Milliarden Franken.

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