Jahresbilanz
RWE Dea prüft Ausbau der deutschen Ölförderung

Der Öl- und Gasförderer RWE Dea hat wegen der hohen Energiepreise einen Rekordgewinn eingefahren. Doch nun muss verstärkt in neue Förderstellen investiert werden. Dabei setzt RWE Dea neben den üblichen Lagerstätten auch auf ungewöhnliche Fördergebiete.

HB HAMBURG. Das betriebliche Ergebnis erhöhte sich um 40 Prozent auf 612 Mill. Euro und die Kapitalrendite erreichte mehr als 50 Prozent, teilte die RWE-Tochter am Donnerstag in Hamburg mit. Das sei ein historischer Höchstwert, der wegen hoher laufender Investitionen vermutlich nicht wieder erreicht werde, sagte der Vorstandsvorsitzende Georg Schöning. Der Umsatz stieg um fast 300 Mill. auf 1,77 Mrd. Euro. Im laufenden Jahr soll trotz der leichten Beruhigung auf den internationalen Energiemärkten der Gewinn des Vorjahres wieder erreicht werden.

RWE Dea erforscht international Erdöl- und Erdgaslagerstätten und fördert und vermarktet die Rohstoffe. Im vergangenen Jahr produzierte die RWE Dea 3,8 Mill. Kubikmeter Erdöl, davon ein knappes Drittel aus dem deutschen Feld Mittelplate. Die Ölförderung des Konzerns war damit um 0,8 Mill. Kubikmeter rückläufig, was vor allem auf den Verkauf einer Beteiligung in Kasachstan zurückzuführen war. Die Gasförderung stieg dagegen um 0,6 auf fast drei Mrd. Kubikmeter. Damit erhöhte sich abermals der Gas-Anteil am Umsatz der RWE Dea auf nunmehr 37 Prozent.

Auch bei den Investitionen, den Reserven und Ressourcen, die am deutlichsten die Zukunft des RWE-Teilkonzerns widerspiegeln, spielt das Gas eine immer größere Rolle. Obwohl die Investitionen des Konzerns im vergangenen Jahr kräftig 296 auf 481 Mill. Euro gestiegen sind, gingen sie in Deutschland von 97 auf 75 Mill. Euro zurück. „Wir haben allein 150 Mill. Euro als Förderabgaben an die Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein bezahlt“, sagte Schöning. „Wenn die Begehrlichkeit des Fiskus so groß ist, überlegen wir, ob nicht Aktivitäten im Ausland besser sind.“ Bei der geplanten Steigerung der Investitionen auf 600 Mill. Euro werde der Schwerpunkt in Nordafrika liegen.

Derzeit wird auch die Suche nach Erdöl und Erdgas in Deutschland wieder deutlich rentabler. Auslöser hierfür sind die hohen Rohölpreise von derzeit um die 62 Dollar je Barrel. Grundsätzlich ist die Förderung in Deutschland ab einem Ölpreis von 25 Dollar wirtschaftlich, sagt RWE Dea-Vorstandschef Georg Schöning. „In Deutschland erwarten wir noch weitere umfangreiche heimische Öl- und Gasressourcen,“ konstatiert der für die Energiesuche zuständige Vorstand der RWE Dea AG, Thomas Rappuhn.

Die für die Öl-und Gassuche und Förderung zuständige Tochter des RWE-Konzerns hat Erfahrung in Deutschland. Sie ist neben Wintershall mit 50 Prozent am größten deutschen Ölvorkommen, dem im Wattenmeer vor der schleswig-holsteinischen Küste liegenden Feld Mittelplate beteiligt. Hier wurden in den vergangenen 19 Jahren 17,5 Mill. Tonnen Öl gefördert, weitere 40 Mill. Tonnen gelten als förderbar. Beim Erdgas steht RWE Dea für zehn Prozent der inländischen Förderung.

Jetzt konzentriert sich das Interesse auf ein weiteres Ölfeld im niedersächsischen Naturpark Wattenmeer, 20 Kilometer südwestlich von Cuxhaven. Hier werden bis zu 15 Mill. Tonnen Öl vermutet. Zusammen mit Gaz de France will RWE Dea als Betriebsführer das Feld nach Klärung aller Naturschutzfragen erschließen. Die erste Probebohrung erwartet Rappuhn frühestens Ende 2008, die Produktionsaufnahme nicht vor 2010.

Vor dem Hintergrund der hohen Öl- und Gaspreise werden in Norddeutschland weiter Entwicklungsmöglichkeiten von bislang nicht wirtschaftlich förderbaren Öl- und Gasvorkommen geprüft. Ergebnisse gibt es noch nicht.

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