Jahresprognose angehoben
Schering legt zweistellig zu

Der drittgrößte deutsche Pharmakonzern Schering hat weiter an Fahrt gewonnen. Das Betriebsergebnis steigerte Schering in den ersten neun Monaten um zehn Prozent. Der Umsatz stieg um drei Prozent.

HB BERLIN. Vor allem dank einer niedrigeren Steuerquote hat der Berliner Pharmakonzern seinen Nettogewinn deutlich gesteigert und daher die Jahresprognose angehoben. Das Betriebsergebnis, also das operative Geschäft, blieb dagegen im Rahmen der Erwartungen.

Der Konzerngewinn sei im Vergleich zum Vorjahr um 27 % auf 123 Mill. € gestiegen, teilte Schering am Donnerstag in Berlin mit. Für das Gesamtjahr erhöhe der Konzern deshalb die Prognose eines Ergebnisses pro Aktie auf über 2,35 € von zuletzt mehr als 2,26 €. Das Betriebsergebnis ist Schering zufolge zwischen Juli und September um zehn Prozent auf 182 Mill. € geklettert. Befragte Analysten hatten im Durchschnitt 185 Mill. € erwartet. Der Umsatz kletterte leicht um zwei Prozent auf 1,235 Mrd. €.

Für seine neuartige Anti-Baby-Pille Yasmin rechnet der Konzern in diesem Jahr nun mit weit mehr als den zuletzt vorhergesagten 400 Mill. € Umsatz. Schering hielt bei Betriebsergebnis und Umsatz an den bisherigen Prognosen für 2004 fest. Das Betriebsergebnis werde mehr als 700 Mill. € betragen, der Umsatz werde in Landeswährungen gerechnet im mittleren, einstelligen Prozentbereich zulegen.

Schering hat die Umsatzprognose für sein Medikament Betaferon für dieses Jahr allerdings gesenkt. „Wir haben verstärkten Wettbewerb in den USA“, sagte Schering-Finanzvorstand Jörg Spiekerkötter am Donnerstag in Berlin. Schering gehe nun für 2004 von einer Umsatzsteigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Bisher war der Konzern von einem Umsatzzuwachs im hohen einstelligen Prozentbereich ausgegangen. Das Mittel zur Behandlung der Multiplen Sklerose ist das umsatzstärkste Präparat des Konzerns.

Zu berücksichtigen ist bei den Quartalszahlen, dass Schering durch eine neue Bilanzierung beim Betriebsgewinn etwa elf Mill. € pro Quartal mehr als 2003 ausweist. Zudem hat der Konzern seine Tochter Jenapharm-Therapeutics verkauft, was nach Analysten-Schätzungen noch einmal mindestens zehn Mill. € ausmacht. Auf der anderen Seite fallen nach Unternehmensangaben vor allem wegen des Sparprogramms „Focus“ in diesem Jahr rund 50 Mill. € Restrukturierungskosten an. Schering will durch das Programm und durch die Konzentration auf weniger, aber profitbablere Produkte seine Umsatzrendite im Jahr 2006 auf 18 % steigern. Zuletzt lag sie bei gut 14 %. Um das Ziel zu erreichen, will Schering die Hälfte seiner Produktionsstätten schließen und Personal abbauen.

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