Jahresprognose erhöht
Agrarboom treibt Syngenta an

Die weltweit rasant gestiegenen Nachfrage nach Getreide, Mais und Soja hat den Quartalsumsatz des weltgrößten Agrarchemiekonzerns Syngenta weit stärker wachsen lassen als erwartet. Auch für das Gesamtjahr konnte Syngenta Positives vermelden.

HB ZÜRICH. „2007 wird ein bemerkenswertes Jahr für die Agrarindustrie. Wir sind gut aufgestellt um davon zu profitieren“, sagte Syngentas Finanzchef John Ramsey am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Er gründet seinen Optimismus auf einem Umsatzanstieg von 21 Prozent auf rund 1,71 Mrd. Dollar (1,2 Mrd. Euro) im dritten Quartal, mit dem der Schweizer Branchenriese die Analystengemeinde, die mit einem Plus von lediglich neun Prozent gerechnet hatte, vollkommen verblüffte.

Da die Geschäfte brummen, werde für das Jahr 2007 nun ein Anstieg des Gewinns je Aktie (EPS) um 17 bis 19 Prozent erwartet, nachdem bislang 15 Prozent angepeilt waren.

Die Aktie legte am Morgen zeitweise um über sechs Prozent auf eine neues Rekordhoch von 275,75 Franken zu. Die seit Jahresbeginn um 15 Prozent gestiegene Aktie ist nach Aussage von Damien Weyermann, Analyst bei der Bank Vontobel, weiterhin attraktiv, da sie von der anhaltenden Dynamik in der Landwirtschaft profitieren dürfte und die Entwicklung vom gentechnisch verändertem Saatgut Chancen biete. Hier hat der US-Konzern Monsanto einige Jahre Vorsprung, doch nächstes Jahr will Syngenta mit Eigenentwicklungen kontern.

Im dritten Vierteljahr zog der Umsatz des Konzernstandbeins Pflanzenschutz um 19 Prozent auf rund 1,44 Mrd. Dollar an. Im kleineren Bereich Saatgut schnellte der Umsatz um 28 Prozent auf 283 Mill. Dollar nach oben.

Wachstumstreiber war das Geschäft in Südamerika: Dort beginnt die „Anbausaison mit der Aussaat von hauptsächlich Mais und Soja gerade, während in der nördlichen Hemisphäre die Ernte eingefahren wird. Die Bauern haben sich aufgrund der hohen Preise bereits sehr früh mit unseren Produkten eingedeckt“, kommentierte der seit Sommer amtierende Finanzchef. So zog der dortige Pflanzenschutzmittel-Umsatz um ein Drittel und die Saatgut-Verkäufe sogar um über 44 Prozent an.

Die größten Anbauländer Argentinien und Brasilien haben sich damit von der Krise der vergangenen Jahre erholt, als Wirtschaftskrisen, Währungsschwankungen und schwankende Nachfrage das Leben der Bauern schwerer gemacht hatten. Doch mittlerweile hat sich das Bild gewandelt. Megatrends wie eine stetig wachsende Weltbevölkerung und die zunehmende Vorliebe von Chinesen und Indern für westliche Ernährungsweisen mit vielen Fleischgerichten, für die immense Mengen an Futtermitteln gebraucht werden, wandeln die Agrarindustrie nachhaltig, sagte Ramsey zu Reuters.



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