Jahresprognose
Wachstum im Maschinenbau verringert sich

Die erfolgsverwöhnten Maschinenbauer spüren die Auswirkungen einer nachlassenden Nachfrage in Deutschland. Nach einem Wachstumsrekord im vergangen Jahr von 11 Prozent rechnet die Boombranche im neuen Jahr mit einer Halbierung des Wachstums. Das Problem ist nicht der hohe Eurokurs, sondern etwas anderes.

HB FRANKFURT. Die Branche wird von der nachlassenden Nachfrage im Inland gebremst, während es im Ausland weiter rund läuft, berichtete der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Mittwoch in Frankfurt. Die Aufträge legten im November gegenüber dem Vorjahresmonat um real sieben Prozent zu nach 20 Prozent im Oktober.

Trotz der Delle zum Jahresende werde 2007 aber der prognostizierte Rekord erreicht. „Mit einem Produktionsplus von erwarteten elf Prozent ist es eines der besten Jahre seit fast 40 Jahren“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. „Zuletzt hatten wir 1969 einen zweistelligen Zuwachs.“ 2008 soll die Produktion mit fünf Prozent etwa halb so stark zulegen.

In den ersten elf Monaten haben die Maschinenbauer 16 Prozent mehr Aufträge verbucht, die in etwa gleichen Teilen auf das Ausland (plus 18 Prozent) und das Inland (plus 17 Prozent) entfielen. Seit Jahresmitte ging die Inlandsnachfrage zurück und im November verbuchten die Firmen lediglich ein Prozent mehr Aufträge als im Vorjahr aus dem Heimatmarkt. Als Grund dafür nannte der Verband das Auslaufen von Steuervorteilen für Firmeninvestitionen zum Jahresende.

Zudem hätten die Maschinenbauer im November 2006 dank Großaufträgen das beste Ergebnis des Jahres erzielt. „In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob es sich dabei um eine steuerbedingte Delle handelt oder heimische Kunden große Investitionen generell vorsichtiger handhaben“, sagte Wiechers. Ungebremst gut ist die Nachfrage nach Maschinen „Made in Germany“ im Ausland. Dort kletterte die Nachfrage im November um elf Prozent.

„Der positive Trend der Auslandsorders ist im Maschinenbau trotz zahlreicher Belastungen ungebrochen“, sagte Wiechers. Die Branche profitiert vor allem von der Nachfrage aus den Erdölländern, die ihre Petrodollars in Anlagen aus Deutschland stecken. Die gute Lage zeigt sich laut Verband auch an der hohen Auslastung der Firmen von 92 Prozent, vielerorts würden die Kapazitäten knapp. Der Umsatz legte von Januar bis November um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.

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